Alles zum Thema Exosolare Planeten

Satelliten, Planetensysteme, Asteroiden, Kometen usw...
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Studie offenbart deutlich mehr lebensfreundliche Planeten...

#11

Ungelesener Beitrag von S.E.T.I » 11. September 2012 07:46

Studie offenbart deutlich mehr lebensfreundliche Planeten als bislang vermutet

Bild
Künstlerische Darstellung eines fernen Planetensystems: Auch Planeten fern ihres Sterns könnten lebensfreundlich sein. | Copyright: ESO.org

Aberdeen (Schottland) - Neue Computermodelle legen nahe, dass es deutlich mehr lebensfreundliche Planeten außerhalb unseres Sonnensystems gibt als bislang vermutet. Der Schlüssel zum neuen Verständnis potentiell lebensfreundlicher ferner Welten ist dabei der Bruch mit dem bisherigen astrobiologischen Dogma der habtiablen Zone.

Bisherige Schätzungen über die Anzahl potentiell lebensfreundlicher Exoplaneten basieren vornehmlich auf der Einschätzung darüber, ob auf diesen Himmelskörpern flüssiges Wasser an der Planetenoberfläche existieren kann und sind damit abhängig von der Entfernung in der ein Planet seinen Stern umkreist.


Das neue Modell hingegen ermöglicht es Wissenschaftler auch die Möglichkeit von Wasser im Untergrund abzuschätzen, dass von planeteninneren Wärmequellen in flüssigem Zustand gehalten wird.

Wie die Forscher Professor Dr. John Parnell und den Doktoranden Sean McMahon von der Aberdeen University auf dem diesjährigen British Science Festival in Abderdeen erläuterten, breche das neuen Modell mit dem bisherigen Dogma, dass ein Planet seinen Stern innerhalb einer bestimmten Abstandsregion - der sogenannten habitablen Zone - umkreisen muss, damit aufgrund gemäßigter Oberflächentemperaturen Wasser in flüssiger Form existieren kann. Erst dadurch wird der Planet, nach irdischem Vorbild, als "lebensfreundlich" eingestuft. Dieses bisherige Modell sei jedoch "viel zu einfach" so die Forscher.

In das neue Modell haben die Wissenschaftler laut BBC folgende neue Aspekte eingepflegt:

  • - Planeten werden nicht nur von einer äußeren Wärmequelle (ihrem Stern), sondern auch von einer zweiten, inneren Wärmequelle erwärmt.

    - Je weiter ein Planet von seinem Stern entfernt ist, desto weniger Energie erhält er von diesem und Wasser an der Oberfläche gefriert.

    - Nimmt die Entfernung vom Stern weiter zu, so gefriert zunehmend auch das Wasser im Untergrund des Planeten.

    - Ist der Planet aber groß genug um selbst genügend interne Hitze zu erzeugen, so könnte er auch deutlich weiter von seinem Stern entfernt Leben, wie wir es von der Erde kennen, beherbergen können.


Grundlage des Modells ist die Tatsache, dass es zunehmend wärmer wird, je tiefer man in das Planeteninnere vordringt. Selbst wenn also Wasser an der Oberfläche gefriert, kann es unter bestimmten Umständen in tieferen Schichten weiterhin in flüssiger Form existieren. Tatsächlich könne es auch unterhalb der Planetenoberfläche gewaltige Wassermengen geben, in denen es auch von Leben - zumindest in primitiver Form - wimmeln könnte, so die Forscher.
"Auch auf der Erde gibt es einen großen Lebensraum für Mikroorganismen unterhalb der Oberfläche, der sich mehrere Kilometer abwärts ausdehnt"
, erläutert Parnell.
"Zieht man also die Möglichkeit derartiger Tiefenbiosphären mit in Betracht, so erkennt man das bisherige Problem: Die Idee einer sonnennahen habitablen Zone ist lediglich an die Bedingungen an der Planetenoberfläche geknüpft "
, erläutert McMahon.

Laut den ersten Berechnungen der schottischen Forscher könnte ein Planet durch innere Wärmequellen selbst dann noch lebensfreundliche Bedingungen in seinem Untergrund aufweisen, wenn er von seinem Stern nahezu keinerlei Wärme mehr empfängt.
"Die bisherigen Schätzungen über die Anzahl potentiell lebensfreundlicher Planeten wird schon bald um ein Vielfaches ansteigen"
, sagt McMahon mit Blick auf das neue Modell voraus.

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Blaue Planeten bei roten Zwergen?

#12

Ungelesener Beitrag von S.E.T.I » 30. September 2012 21:54

Blaue Planeten bei roten Zwergen?

Mit Carmenes auf der Suche nach erdähnlichen Planeten


[html]<iframe width="100%" height="166" scrolling="no" frameborder="no" src="http://w.soundcloud.com/player/?url=htt ... "></iframe>[/html]
Noch kleiner als OGLE-2005-BLG-390L b sollen die Planeten sein, die man mit Carmenes zu finden hofft. (Bild: Eso)

Astronomie. - Auf dem Programm der Tagung, die die Astronomische Gesellschaft in Hamburg veranstaltet, stehen auch Exoplaneten, die ferne Sterne umkreisen. Deutsche Astronomen sind bei der Planetensuche sehr aktiv. Sie entwickeln derzeit zusammen mit spanischen Kollegen einen Detektor, der Rote Zwergsterne absuchen kann.

Mehr als 800 Planeten bei fernen Sternen sind bisher bekannt - Tausende Kandidaten warten auf die Bestätigung. Und doch spüren die Astronomen, dass sie derzeit nicht wirklich weiter kommen. Einen Planeten, der in Größe und Temperatur der Erde auch nur ähnelt, haben die Forscher bisher nicht gefunden. Aktuellen Suchprogrammen gehen vor allem große Brocken nach Art von Neptun oder Jupiter in unserem Sonnensystem ins Netz, nicht aber kleine Objekte, die eventuell sogar bewohnbar sein könnten. Das wird sich bald ändern, hofft Ansgar Reiners, Astronom an der Universität Göttingen.
"Wir beschäftigen uns mit einem deutsch-spanischen Projekt mit dem Carmenes-Spektrographen, der am Calar-Alto-Observatorium in Andalusien gebaut werden soll, zusammen mit verschiedenen anderen deutschen und spanischen Instituten. Da soll innerhalb der nächsten zwei Jahre ein Spektrograph entstehen, mit dem wir dann Größenordnungsbereich 100 Planeten finden, von denen vielleicht dann einige auch in der bewohnbaren Zone sein könnten."
Mit dem Carmenes-Spektrographen wollen die Astronomen etwa 300 Sterne überwachen. Das Gerät zerlegt das Licht der Sterne in seine Wellenlängen - auf diese Weise ist genau zu sehen, wie schnell sich ein Stern bewegt. Hat ein Stern Planeten, so lässt ihn die Anziehungskraft der Planeten minimal hin- und herpendeln. Carmenes soll die Geschwindigkeit der Sterne auf einen Meter pro Sekunde genau messen: Über viele Lichtjahre hinweg wollen die Astronomen also beobachten, ob sich ein Stern im Fußgängertempo auf uns zu oder von uns weg bewegt. Diese indirekte Planetensuche kommt bereits seit vielen Jahren zum Einsatz - doch Ansgar Reiners und seine Kollegen haben es erstmals auf Sterne abgesehen, die die übrigen Forscher bisher nicht weiter beachtet haben.
"Wir beschäftigen uns im wesentlichen mit Planeten um sehr kühle Sterne und sehr kleine Sterne. Diese Sterne sind auch leichter als die Sonne und das hat den schönen Vorteil, dass die Planeten, die um sie herum kreisen, einen sehr viel höheren Einfluss auf den Stern ausüben. Der Stern bewegt sich stärker und man kann die sehr viel leichter finden. Die Planeten, die dann sehr viel näher dran sind am Stern und sich leichter finden lassen, bekommen auch weniger Strahlung von dem Stern ab. Die Planeten könnten sich also in der sogenannten bewohnbaren Zone befinden.""
Die Astronomen schlagen gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe: Anders als bei großen, sonnenähnlichen Sternen fallen bei den Roten Zwergen, wie die kühlen massearmen Exemplare heißen, bereits erdgroße Planeten auf. Diese Planeten hätten genau die richtige Temperatur, damit mögliches Wasser auf der Oberfläche weder verdampft noch gefroren ist, sondern in flüssiger Form vorkommt. Damit sind diese Planeten gute Kandidaten, um Leben außerhalb der Erde eine Heimstatt zu bieten. Und schließlich reicht für die Planetensuche bei den Roten Zwergsternen das Spiegelteleskop mit dreieinhalb Metern Durchmesser auf dem Calar Alto in Südspanien.
"In diesem Fall, das ist der große Vorteil, braucht man dafür keine so großen Teleskope, weil der Effekt so groß ist, weil diese Sterne eben so leicht sind, dass sie sich sehr stark bewegen. Außerdem nutzen wir einen anderen Effekt aus, dass die Sterne sehr kühl sind. Und kühle Sterne haben den Vorteil, dass sie sehr viel Licht im infraroten Bereich ausstrahlen."
Damit sind diese Sterne kein Ziel gängiger Suchprogramme, die vor allem im sichtbaren Licht arbeiten. Ansgar Reiners und sein Team wagen nun erstmals den Vorstoß in die infrarote Nische. Dieses Projekt ist nicht ganz ohne Risiko, zeigen Rote Zwerge doch meist viele Sternflecken und Explosionen, was das Signal möglicher Planeten verfälscht. Doch wenn das Carmenes-Team diese Hürde nimmt, dann gehört das Observatorium auf dem Calar Alto bald zu den Zentren der Planetensuche. Da Rote Zwerge die mit Abstand häufigsten Sterne im Kosmos sind, wären Entdeckungen mit Carmenes ein Hinweis darauf, dass es im All nur so wimmelt von Planeten ähnlich der Erde. Womöglich zeigt sich in einigen Jahren, dass viele Rote Zwerge blaue Planeten haben.

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Erstmals Planet mit vier Sonnen gesichtet

#13

Ungelesener Beitrag von Lisa » 16. Oktober 2012 17:26

Erstmals Planet mit vier Sonnen gesichtet

Amateur-Astronomen haben einen einzigartigen Himmelskörper entdeckt: ein Planet, sechs Mal so groß wie die Erde, an dessen Himmel vier Sonnen stehen. Ein solches System ist nie zuvor gesichtet worden.

Bild

Künstlerische Darstellung des Planeten PH1 (im Vordergrund), der zuerst von Amateur-Astronomen entdeckt wurde. Es ist der erste bekannte Planet, der um einen Doppel-Stern rotiert, der wiederum von einem zweiten entfernten Sternen-Paar umkreist wird

Ein Team aus Profi- und Amateurastronomen hat einen Planeten entdeckt, an dessen Himmel vier Sonnen stehen. Er kreist demnach um zwei Sonnen und wird von zwei weiteren Sternen umrundet, wie die American Astronomical Society auf einer Konferenz mitteilte.

Der neue Planet mit der Bezeichnung PH1 befinde sich etwa 5000 Lichtjahre von der Erde entfernt. Bislang seien lediglich sechs Planeten bekannt, die um mehr als eine Sonne kreisen. Ein System wie das nun entdeckte sei bisher noch nie gesichtet worden.

Der Name PH1 bezieht sich auf das Programm Planet Hunters ("Planetenjäger") der US-Universität Yale, bei dem Freiwillige sich an der Suche nach neuen Himmelskörpern beteiligen können.

Planet wurde zuerst von Amateur-Astronomen entdeckt

Zwei Teilnehmer des Programms hatten PH1 als erste entdeckt. Ihre Beobachtung wurde dann von Forschern aus den USA und Großbritannien bestätigt, die auf Hawaii arbeiteten.

Der Planet hat demnach einen Radius, der 6,2-mal so groß ist wie die Erde. Für eine Umrundung seiner beiden Sonnen brauche PH1 138 Tage.

Die Entdeckung solcher Sonnensysteme zwinge Wissenschaftler, sich neue Gedanken darüber zu machen, wie Planeten unter extremen Bedingungen entstehen und sich entwickeln, sagte Meg Schwamb, die leitende Autorin der jetzt vorgestellten Studie über PH1.


Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen.
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Neuer Planet entdeckt: Forscher finden Planeten bei Nachbars

#14

Ungelesener Beitrag von S.E.T.I » 17. Oktober 2012 14:52

Neuer Planet entdeckt: Forscher finden Planeten bei Nachbarstern

Ein europäisches Astronomenteam hat einen erdgroßen Planeten beim nächsten Nachbarstern unserer Sonne gesichtet. Der Planet ist der kleinste, der jemals bei einem sonnenähnlichen Stern erspäht wurde, wie die Europäische Südsternwarte (ESO) im deutschen Garching bei München betont.

Leben ist auf ihm allerdings nicht möglich - er umkreist seinen Stern fast 40-mal näher als die Erde die Sonne, so dass es auf seiner Oberfläche glühend heiß ist. Die Forscher um Xavier Dumusque vom Observatorium Genf stellen ihre Beobachtung im britischen Fachjournal „Nature“ vor.


[youtube][/youtube]

Mehr dazu in science.ORF.at
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Ist die Ermittlung Neuer Planeten evtl. Fehlerhaft?

#15

Ungelesener Beitrag von S.E.T.I » 20. Oktober 2012 12:54

Wie genau ist die Ermittlung neuer Planeten?

Genau diese Frage habe ich mir schon öfter gestellt, dazu erstmal etwas grundsätzlich so einfach wie möglich erklärt: Neue Planeten um fremde Sonnen werden heute so ermittelt, indem die Lichtabschwächung des vermeintlichen neuen Planeten beim Transit- zwischen Erde (Betrachter) und dem fremden Gestirn gemessen wird. Also jedesmal, wenn sich der "neue" Planet zwischen Erde und "fremder Sonne" befindet, kann man eine minimale Abschwächung des Lichtes messen, aufgrunddessen nimmt man heute an, dass es sich dabei um Planeten handeln könne bzw müsse. Nun stellt sich für mich aber die Frage, wie viele Planeten konnten mittels deren Umlaufbahn ermittelt bzw bestätigt werden?

Mann sollte doch annehmen, dass Planeten um fremde Sonnen ebenfalls eine Umlaufbahn haben, infolgedessen wäre es nur logisch, dass diese Messungen in bestimmten jeweiligen Intervallen bestätigt werden können sollten. Ist das heute der Fall bei sämtlichen derzeit über 800 NEU endeckten Planeten? Soweit ich weiß, ist das nur bei ganz wenigen der Fall. Ich habe im folgenden eine Grafik gemacht, die das etwas verdeutlichen soll wovon ich rede:

Bild

Ein weiteres "Problem" was sich bei dieser Ermittlung neuer Planeten ergibt, ist meiner Meinung nach wenn sich zb ein Meteor, Komet oder sonstige Himmelsobjekte genau dazwischen befinden würden, wie kann man zb unterscheiden ob es nun ein Meteor bzw Komet ist der das Licht verdeckt oder eben ein echter Planet ? Die Größe der vermeintlichen Objekte dürfte dabei eine wesentliche Rolle spielen, jedoch kann mit dieser Methode wohl auch niemand genau sagen, in welchem Abstand das wirklich ist oder? Grundsätzlich wird zu Beginn die Entfernung des Gestirns selber mittels der Rotverschiebung ermittelt, also hat man nun die Entfernung zur Sonne selber, im weiteren Schritt wird nun der "neue Planete" ermittelt, dieser wird eben durch die Abschwächung des Lichtes ermittelt, was aber, wenn dieses Objekt gar nicht in der Umlaufbahn der fremden Sonne ist? Würde zb ein Komet (oder anderes Himmelsobjekt) mit seinem Schweif der aus Wasser bzw Eis besteht, diesen mittels Rotverschiebung ermittelten Wert bzw die Lichtabschwächung nicht unweigerlich verzerren?

Bild
Gravitative Rotverschiebung einer Lichtwelle, wird diese Licht nun "zwischenzeitlich" auch von anderen Objekten gebrochen?

Wenn ich daran denke wie viele Kometen nur in der Oortsche Wolke sind, möchte ich nicht wissen wie viele Objekte dann zwischen Erde und "fremder Sonne" sind^^

Bild

*grübel*
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Re: Alles zum Thema Exosolare Planeten

#16

Ungelesener Beitrag von MdR » 21. Oktober 2012 08:14

Hallo SETI,

nur ganz kurz, weil ich keine Zeit habe:

an und für sich wurden die ersten Exoplaneten nicht durch die von Dir oben beschriebene Lichtverringerungskurve entdeckt – das kam erst danach – sondern durch das gravitative Zerren des jeweiligen Exoplaneten an seiner Sonne!

Das gravitative Zerren ist deswegen einfacher festzustellen, weil die Sichtverbindung zum jeweiligen untersuchten Stern nicht in einem idealen Winkel zur Umlaufbahn des zu untersuchenden Exoplaneten verlaufen muß!

Beim Lichtverringerungsnachweis braucht es den Planeten vor der Sternscheibe, beim Zerren genügt jeder Blickwinkel. Deshalb kann man mittels Lichtverringerung entdeckte Exoplaneten mit der Zerrbeobachtung locker überprüfen - - umgekehrt geht das um einiges weniger!

Ach ja – und Kometen oder Asteroiden haben kein gravitatives Zerren am jeweiligen Stern, da zuwenig Masse dafür! ;)

LG

MdR

(PS: die von Dir genannte Rotverschiebung ist wieder ein anderes Thema!)
Bild
Das AAF muß umsiedeln!(Serverabschaltung)

http://aaf-antiverschwoerung.forumprofi.de/index.php

Etwaige Links in obigem Beitrag die vor dem 22.11.2018 gesetzt wurden, werden mit Ende 2018 ins Leere laufen.

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Re: Alles zum Thema Exosolare Planeten

#17

Ungelesener Beitrag von S.E.T.I » 21. Oktober 2012 09:01

Hallo und Guten Morgen Mdr, ich habe fast gehofft das Du dich kurz dazu melden wirst, und Danke für Deine Antwort, aber mir war klar das nicht alle Planeten mit der Lichabschwächung gefunden wurden, deshalb habe ich ja geschrieben: "Soweit ich weiß, ist das nur bei ganz wenigen der Fall.". Aber bist Du dir da sicher das folgendes stimmt:
MdR hat geschrieben:Ach ja – und Kometen oder Asteroiden haben kein gravitatives Zerren am jeweiligen Stern, da zuwenig Masse dafür! ;)
Ich habe in der GRAFIK zwecks Verständnis nur Kometen oder Meteore genannt und geschrieben "Himmelsobjekte", also zb auch Die großen Planetoiden Ceres, Pallas, Vesta und Juno wie diese in unseren Sonnensystem herumschwirren, diese haben sehrwohl gravitative Auswirkungen auf das gestirn oder?

Ich gebe mal ein Beispiel voin Florian Freistetter was mich Grundsätzlich erst zu dieser Überlegung gebracht hat:
Im Jahr 2004 wurde die Raumsonde Rosetta gestartet. Ihr Ziel ist der Komet 67P/Tschurjumow-Gerasimenko, den sie erst im Jahr 2014 erreichen wird. Auf ihrem Weg durchquert sie auch den Hauptgürtel und obwohl dort viel Platz ist und die Chancen, einem Asteroiden zu begegnen nur gering sind, haben es die Wissenschaftler doch geschafft, eine Bahn zu wählen, bei der Rosetta ein paar von ihnen aus der Nähe ansehen kann. 2008 hat sie den Asteroid Šteins besichtigt und 2010 flog sie in nur 3200 Kilometer Entfernung am Asteroid Lutetia vorbei. Dabei machte sie wunderbare Aufnahmen und Messungen dank derer Wissenschaftler nun herausgefunden haben, dass Lutetia nur ein Immigrant im Asteroidengürtel ist. Ursprünglich stammt der Asteroid aus dem inneren Sonnensystem. Er ist einer der Bausteine, aus dem die Erde vor 4,5 Milliarden Jahre entstanden ist.

Um das herauszufinden, haben Astronomen der Europäischen Südsternwarte (ESO) gemeinsam mit Kollegen aus Frankreich, Kanada und den USA das Spektrum von Lutetia untersucht. Das bedeutet, dass man nachgesehen hat, wie viel Sonnenlicht eines bestimmten Wellenlängenbereichs von der Oberfläche des Felsbrockens reflektiert wird. Je nach der Zusammensetzung des Objekts sieht das Spektrum anders aus. Man kann es also mit den Spektren vergleichen, die auf der Erde gefundene Meteorite liefern und nachsehen, wo es Übereinstimmungen gibt. Das sieht zum Beispiel so aus:
Bild
Bild: Vernazza et al (2011)
Quelle und ganzer Artikel: http://scienceblogs.de/astrodicticum-si ... -entstand/

Evtl habe ich das ganze auch nicht richtig erklären können, aber ich sehe keinen Grund dafür das Objekte zwischen Betrachter und Gestirn keinen Einfluss auf die Messungen nehmen sollten, und was meinst Du damit das die Rotverschiebung was anderes ist, In der Astronomie wird die Rotverschiebung durch Methoden der Spektralanalyse gemessen; sie sind heute durch digitale statt fotografische Erfassung wesentlich genauer geworden. Doch um Spektrallinien gut erfassen zu können, müssen die Galaxien eine gewisse Mindest-Helligkeit aufweisen. Rotverschiebungen von Galaxien werden im Rahmen von Durchmusterungen wie dem Sloan Digital Sky Survey regelmäßig neu bestimmt.

Berechnen kann man die Entfernung so ohne weiteres nicht, man muss sie messen. Und dazu haben die Astronomen verschiedenen Methoden entwickelt, die - abhängig von der Entfernung des Sterns oder der gesamten Galaxie - verwendet werden. Für relativ nahe Sterne kann man ihre so genannte Parallaxe bestimmen. Dabei schaut man sich an, wie sich die Position des Sterns infolge des Umlaufs der Erde um die Sonne relativ zu viel weiter entfernten Sternen verändert. Je nach Genauigkeit der Messung ist so eine relativ gute Bestimmung der Entfernung möglich. Funktioniert das nicht mehr, kann man versuchen, aus dem Spektrum des Sterns seinen Typ zu bestimmen und auf seine wahre Helligkeit zu schließen und daraus die Entfernung herzuleiten. Ist eine Entfernungsbestimmung auf diese Weise auch nicht mehr möglich, versucht man sich mit einer "Entfernungsskala" zu behelfen: Dabei sucht man nach Sternen, deren Helligkeit man aus Beobachtungen in unserer Galaxie genau zu kennen glaubt. Man nennt solche Objekte Standardkerzen. Hier bieten sich beispielsweise so genannte Cepheiden an. Das sind Sterne, deren Helligkeit sich periodisch ändert. Wie schnell dieses passiert hängt, so glaubt man zumindest, mit der maximalen Helligkeit des Sterns zusammen. Entdeckt man nun solche Cepheiden in einer anderen Galaxie, kann man beobachten, wie sich die Helligkeit des Sterns ändert, bestimmt so seine maximale Helligkeit und kann dann daraus schließen, wie weit der Stern von uns entfernt ist. Ein weiteres Beispiel ist eine bestimmte Art von Supernova-Explosion, von der man annimmt, dass sie immer die gleiche maximale Helligkeit hat. Damit würden sich auch diese Standardkerzen zur Bestimmung der Entfernung eignen.

Aber evtl habe ich hier grundsätzliches noch nicht erfasst nehme ich an, also ich werde mir das in den kommenden Wochen etwas genauer ansehen, man schnappt eben etwas auf, denkt sich als Leihe etwas dabei und stellt dann solche Fragen^^ :lol:

Schönen Sonntag noch ;-)

Ps.: Nachtrag, ich weiß nun was Du damit gemeint hast bzgl. Rotverschiebung^^ Das sind natürlich 2 verschiedene paar Schuhe *affenkopf*
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Re: Alles zum Thema Exosolare Planeten

#18

Ungelesener Beitrag von MdR » 21. Oktober 2012 19:37

Hallo SETI,

war heute morgen in Eile, deshalb habe ich nur kurz geantwortet. Will jetzt aber auch keine Romane dazu schreiben.

Wenn wir über diese Dinge reden, dann ist das Wichtigste dabei die „präzisen Begriffe“ zu verwenden, sonst kommt da einiges durcheinander.

Die von Dir genannte reine Rotverschiebung nützt uns beim Effekt des gravitativen Zerrens eines Exoplaneten an dessen Sonne recht wenig. Weil diese gravitative Rotverschiebung dazu benutzt wird, die Messung der Ausdehnung der Raumzeit – also die Fluchtgeschwindigkeit des Universum zu messen. Wobei aber z.B. sich nicht die Galaxien selbst weg bewegen, sondern sich der Raum ausdehnt. Egal. Hier kommen wir schon zu tief in die Materie, das will ich uns beiden heute nicht antun.

Für das Taumeln eines Sterns verursacht durch die Ziehkräfte eines Exoplaneten benötigt man den gesamten Spektralbereich des sichtbaren Lichtes und zusätzlich des UV´s. Also den Dopplereffekt.

Warum die präzisen Begriffe hier so wichtig sind liegt daran, daß es zwar verwandte Messmethoden sind, jedoch die gravitative Rotverschiebung nur die Fluchtgeschwindigkeit zeigt und bei der verlangsamten Zeitmessung in einem Bezugssystem verwendet wird und weiters hat diese Messung einen Haken – sie behindert den Dopplereffekt:

So weit ich mich erinnere ist ab etwas über 3 Millionen Lichtjahren Entfernung, die Rotverschiebung der Fluchtgeschwindigkeit so stark ausgeprägt, daß es den Dopplereffekt überdeckt. Das bedeutet, man kann das Taumeln eines Sternes durch den Dopplereffekt gemessen nur mehr äußerst schwer bis unmöglich erfassen, da die Rotverschiebung alles dominiert! Die Dopplereffekt-Methode funktioniert also am besten innerhalb dieses Radius, weil die Rotverschiebung des Universums sozusagen noch die Füße still hält.

Genauso wichtig wie die präzisen Begriffe gravitative Rotverschiebung und Dopplereffekt sind, ist es auch ein Unterschied ob Asteroid oder Planetoid.

Leider habe ich da jetzt keinen Link zum Nachlesen, weil ich das irgendwann mal im Netz gelesen habe, aber für einen Hinweis in Richtung einer Antwort darauf:

Man hat bei einem Exoplanetensystem auch eine Staubscheibe identifizieren können UND man konnte in dieser Staubscheibe eine Störzone – sprich einen Planeten herausfiltern. Vielleicht finde ich diesen Artikel im Netz wieder, dann reiche ich ihn nach.

Das bedeutet jedenfalls, man kann prinzipiell heute schon Staubscheiben identifizieren bei Exosystemen.

Zurück zu den Planetoiden:

Ceres ist der größte von allen mit knapp 1000 km am Äquator und hat trotzdem nur ein Sechstausendstel der Erdmasse! Also wie sollte so ein Objekt irgendetwas stören bei Beobachtungen. Vor allem da das Taumeln eines Sterns durch den Dopplereffekt nachgewiesen nicht anfällig wäre, da ja keine Lichtverringerungskurve sprich Transitmethode gemessen wird. Die Masse wäre aber auch zu klein um an dem Stern gemessen zu werden.

Ich schreibe schon wieder mehr als ich wollte, aber zum Schluß noch eine lustige Anektode:

Leider habe ich momentan auch nicht den Link zur Hand, aber da gibt es einen sehr kreativen Berufsastronomen, der ab und zu mal spaßige Experimente macht. Und der hat vor Jahren mit kleineren handelsüblichenTeleskopen in der Größenordnung Reflektor 4“ und Refraktor 3“ (oder war es noch eine Stufe darunter?!) – jedenfalls kleinerem Equipment einen Exoplaneten mit der Lichtverringerungskurve nachgewiesen. Allerdings mußte er an die genannten Teleskope Zusatzgerätschaften für die Lichtmessung anschließen, die teuerer waren als die Teleskope selbst. Aber er hat es nachgewiesen.

Drum muß ich auch immer wieder schmunzeln, wenn in den Weiten des Netzes wieder mal die „böse NASA“ – Vertuschung schwabuliert wird in Bezug zu einem eingedrungenen Himmelskörper in Planetengröße. Das ist die typische amerikanische Überheblichkeitsmentalität, weil die ganzen anderen Raumfahrtorganisationen sowieso auch da sind, ABER die Amateur- und Hobbyastronomenszene könnte niemals getäuscht werden. Die Top-Amateurastronomen haben mittlerweile Teleskope zwischen 10“ und 16“er Größe – das hatten früher nur Sternwarten!

Abgesehen davon, das ein wiederkehrender Trabant astrophysikalischer Nonsens ist. Aber wenn diese selbsternannten Verschwörungsgurus wieder einmal PlanetX, Nibiru, Nemesis und auch Eris alle in einen Topf werfen, kann man sehen, wie sehr sich diese Typen eigentlich mit dieser Materie auseinandergesetzt haben – nämlich nicht mal die große Zehe in der Tür dieses Themas. Die machen das einfach aus Freud´ am Hype.

Ok, ich schweife ab.... schönen Abend noch! ;)

LG

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Etwaige Links in obigem Beitrag die vor dem 22.11.2018 gesetzt wurden, werden mit Ende 2018 ins Leere laufen.

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Re: Alles zum Thema Exosolare Planeten

#19

Ungelesener Beitrag von S.E.T.I » 21. Oktober 2012 20:10

Hallo Mdr, danke für diese Antwort wieder mal, damit kann ich was anfangen sag ich mal, ich verstehe natürlich noch nicht alles was du da erwähnst, aber ich weiß nun in welche Richtung ich weiter suchen und lesen soll. Das mit dem Dopplereffekt habe ich erst nach deiner ersten Antwort heute Morgen auf Wikipedia gelesen^^

Ich weiß nun zumindest, dass ich meine Frage falsch formuliert habe, ist nicht so einfach sich da als Laie korrekt auszudrücken, ich werde es trotzdem nochmal ein anderes mal versuchen, sobald ich mal gewisse Backgrounds zum Thema durch habe, also ob es dieses Jahr noch was wird bezweifle ich *haumichwech*

Evtl. erübrigt sich die Frage ja generell, aber etwas spanisch kommt mir das noch immer vor, das quasi eine statische Momentaufnahme eines Objektes mit diesen Methoden auf einen Planeten schließen läßt. *gemütlich*
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Schweizer Projekt für neue ESA-Mission ausgewählt

#20

Ungelesener Beitrag von S.E.T.I » 22. Oktober 2012 10:08

Schweizer Projekt für neue ESA-Mission ausgewählt

Satellit "CHEOPS" soll etwa 500 Sterne und ihre Planeten ins Visier nehmen

Bern/Wien - Ein Schweizer Weltraumprojekt unter der Leitung der Universität Bern hat den Zuschlag für die erste sogenannte "S-class"- Mission der Europäischen Weltraumorganisation ESA erhalten. Bereits ab 2017 soll ein Satellit namens "CHEOPS" Planeten außerhalb unseres Sonnensystems erforschen. Auch Österreich, Belgien, Großbritannien, Italien und Schweden sind an dem Projekt beteiligt. Kooperationen mit weiteren Ländern stehen noch offen.


Mit den neuen "S-class"-Missionen will das Wissenschaftsprogramm der Europäischen Weltraumorganisation ESA innovative Forschende mit ausgeklügelten Ideen fördern. Es gehe darum, auch mit kleineren Missionen bedeutende Resultate zu liefern (das S in "S-class" steht für "small"). Vor diesem Hintergrund haben die Vertreter der 19 ESA-Mitgliedsländer das unter Schweizer Leitung stehende Weltraumprojekt "CHEOPS" ("CHaracterizing ExOPlanet Satellite") aus 26 Vorschlägen ausgewählt.

Die Mission

"CHEOPS" ist ein kleiner Satellit, der rund 200 Kilogramm wiegt und ein Teleskop von 30 Zentimeter Durchmesser und eineinhalb Meter Länge trägt. Er soll in eine erdnahe Umlaufbahn geschossen werden, wo er in 800 Kilometer Höhe über der Tag-Nacht-Grenze kreisen wird. Von dort aus wird er über dreieinhalb Jahre etwa 500 helle Sterne beobachten und ihre Planeten charakterisieren.

Den ersten Exoplaneten entdeckten die Astronomen Michel Mayor und Didier Queloz von der Universität Genf im Jahr 1995 um den Stern "51 Pegasi". Seither kamen immer kleinere und schwieriger zu entdeckende Planeten hinzu. "CHEOPS" wird die sogenannte Transitmethode anwenden: Sie vermisst präzise den Durchmesser von ausgewählten Exoplaneten. Damit lässt sich zusammen mit der Masse des Himmelskörpers die Dichte des Planeten bestimmen. Diese Dichte wiederum verrät, ob der Planet aus Stein, Eis oder Gas besteht und wie seine Atmosphäre beschaffen ist.

Die "CHEOPS"-Mission gilt als Meilenstein auf dem Weg der Erforschung von Exoplaneten, wie die Universität Bern schreibt. Vielleicht kommen die Forscher damit dem Fernziel näher, eines Tages einen Planeten zu entdecken, der erdähnliche Eigenschaften hat und auf welchem Leben denkbar wäre.

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