NASA Rakete mit US-Frachter " Cygnus an Bord explodiert !

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nict
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NASA Rakete mit US-Frachter " Cygnus an Bord explodiert !

#1

Ungelesener Beitrag von nict » 29. Oktober 2014 13:03

"Katastrophale Anomalie"
US-Trägerrakete explodiert beim Start

Sechs Sekunden nach dem Abheben kommt es zur Katastrophe: Eine Antares-Rakete mit dem unbemannten Raumfrachter "Cygnus" an Bord gerät außer Kontrolle und stürzt ab. Geschockt und ratlos sucht die Nasa nach Antworten.
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Schwerer Rückschlag für die US-amerikanische Weltraumfahrt: Eine Trägerrakete vom Typ "Antares" mit dem privaten Raumfrachter "Cygnus" an Bord ist kurz nach dem Start explodiert. Ersten Angaben der Raumfahrtbehörde Nasa zufolge hob die Rakete zunächst ohne Probleme gegen 18.22 Uhr (Ortszeit, 23.22 MEZ) von der Startrampe am Weltraumbahnhof Wallops im Bundestaat Virginia ab. Doch nur sechs Sekunden nach dem Start traten schwerwiegende Probleme auf. Das tonnenschwere Weltraumvehikel stürzte ab und explodierte.

Kurz nach dem Start sei eine "katastrophale Anomalie" aufgetreten, erklärte ein Nasa-Sprecher im Kontrollzentrum in Houston, von wo aus er den Start der Trägerrakete live im Internet kommentierte. Im Vorfeld habe es keinerlei Hinweise auf Probleme gegeben. Menschen seien nicht zu Schaden gekommen. Auf den Live-Bildern der Nasa konnten Zuschauer mitverfolgen, wie die Rakete abhob, dann aber nach wenigen Metern senkrecht zurückfiel und schließlich in einem grell leuchtenden Feuerball explodierte.

Die Aufnahmen von der Unglücksstelle zeigten nach dem fehlgeschlagenen Start Rauch und vereinzelte Flammen. Der Weltraumbahnhof Wallops liegt auf einer Halbinsel an der US-Ostküste rund 100 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Washington, D.C. Lokale Medien hatten dazu aufgerufen, den Start der Trägerrakete am herbstlichen Abendhimmel zu beobachten. Die Nasa hatte dazu eine Karte veröffentlicht, in welchen Regionen der Start bei guten Witterungsbedingungen zu sehen sein dürfte. Die Karte deckt fast die gesamte US-Ostküste ab.

Pressekonferenz nach dem Unglück
Verantwortliche äußern sich zur Explosion der Nasa-Rakete
Der Absturz stellt die US-amerikanische Raumfahrt vor erhebliche Probleme. Bis die Unglücksursache geklärt ist, dürften Wochen oder Monate vergehen. Bis dahin müssen die Versorgungsflüge mit "Antares"-Raketen wohl ausgesetzt werden. Ein Nasa-Sprecher lehnte Spekulationen über die Explosionsursache ab. Im Umfeld der schwer beschädigten Startrampe seien zuständige Techniker im Einsatz, um das Gelände zu sichern, hieß es zunächst. Es gehe darum, so viele Daten wie möglich zu sichern. Experten erhoffen sich von den aufgezeichneten Daten Hinweise auf die Unglücksursache.

"Wir werden hoffentlich bald wissen, was passiert ist", meinte ein hörbar geschockter Nasa-Sprecher im Internet-Livestream. Die Behörde warnte Schaulustige und Sicherheitskräfte vor Gesundheitsgefahren, die von Raketentrümmern ausgehen könnten. Erst am Vortag hatte die Nasa ihren Countdown nur zehn Minuten vor Start abbrechen müssen. Ein Segler war offenbar unbeabsichtigt in die Sicherheitszone rund um die am Meer gelegene Startrampe eingedrungen.

Kein Nachschub für die ISS



Die rund 40 Meter lange Trägerrakete des privaten Raumfahrtdienstleisters Orbital Sciences Corporation (Orbital) wurde bei dem Absturz samt seiner wertvollen Fracht an Bord vollkommen zerstört. Der Raumtransporter "Cygnus" sollte rund 2300 Kilogramm Vorräte und wissenschaftliches Material zur Internationalen Raumstation ISS bringen. Dort warten neben dem Deutschen Alexander Gerst derzeit fünf weitere Raumfahrer auf frische Versorgungsgüter von der Erde.

Gerst und zwei Kollegen sollen in zwei Wochen nach 165 Tagen auf der ISS zur Erde zurückkehren. Ihre Nachfolger, ein russischer Kosmonaut und zwei US-Astronauten, sollen zwei Wochen später auf der Raumstation eintreffen. Dass der katastrophale Fehlschlag in Wallops diesen Zeitplan durcheinanderbringen wird, ist unwahrscheinlich. Der Passagiertransport zur ISS läuft über russische Sojus-Raketen ab Baikonur in der kasachischen Steppe.

Die ISS-Mission selbst sei durch den Absturz nicht gefährdet, teilte die Nasa mit. Der explodierte Raumfrachter habe keine unbedingt notwendigen Versorgungsgüter für die Besatzung der Internationalen Raumstation ISS an Bord gehabt. "Es handelte sich um keine unbedingt notwendige Fracht", betonte Nasa-Topmanager William Gerstenmaier in einer eilig einberufenen Pressekonferenz knapp drei Stunden nach dem Unglück. Er fügte hinzu: "Die Mannschaft ist in keiner Gefahr."

Wieder abhängig von den Russen?


Mit "Cygnus" wollten sich die USA bei der Versorgung der ISS unabhängig von russischen Flügen machen: Der Frachttransporter ist ein unbemanntes Fluggerät, das im Gegensatz zu den Raumtransportern des "Space Shuttle"-Programms nicht wiederverwendet werden kann. Die Nasa hatte ihr Shuttle-Programm 2011 nach einer Serie von Rückschlägen beendet.

Die ferngesteuerten Transportbehälter nehmen für ihren Rückweg von der Raumstation Müll auf. Anschließend sollen sie beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre restlos verglühen. Das Frachtermodell "Cygnus" wurde von der privaten Firma Orbital Sciences entwickelt. Im Rahmen des knapp zwei Milliarden Dollar schweren Vertrags sollte es bis 2016 mindestens sieben weitere Flüge geben.
vielleicht hat da ja jemand herumgefummelt *verschwörung*

Zehn Minuten vor Start zur ISS
Mysteriöses Schiff stoppt Raumfrachter

Kurz vor dem Start der tonnenschweren ISS-Versorgungskapsel "Cygnus" taucht plötzlich ein Schiff auf dem Radar auf und legt den Abflugplan lahm. Nun müssen die Astronauten auf der Raumstation länger als geplant auf neue Vorräte und Instrumente warten.

*innixweiß* Gruß nict viewtopic.php?f=4&t=146&p=16712#p16712
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Ursachenforschung beginnt im Morgengrauen

#2

Ungelesener Beitrag von Utopia » 29. Oktober 2014 14:38

29.10.2014
Die Insel Wallops ist nach der Explosion Dienstagabend weitläufig abgesperrt. Die Schäden sind noch nicht abschätzbar. Im Dezember könnte SpaceX Ersatzausrüstung zur ISS bringen.
.......
Drei Ermittlungsansätze

Orbital Sciences hat angekündigt, gemeinsam mit NASA, dem Staat Virginia, der US-Flugsicherheitsbehörde FAA und weiteren Experten die Ursache zu erforschen. Dabei wird auf drei Ebenen vorgegangen: Zunächst müssen Mannschaften in das Gebiet um die Startrampe vordringen, die Wrackteile lokalisieren, sie markieren und schließlich untersuchen.

Parallel sollen Daten aus raketeninterner sowie externer Telemetrie ausgewertet werden. "Das wird einige Verarbeitung und Nachverarbeitung erfordern", dämpfte Colbertson die Hoffnung auf schnelle Ergebnisse, "und eine sehr ausgeklügelte Auswertung (um zu sehen), was wir daraus lernen können."

Drittens sind da "Dutzende Kameras". "Wir müssen schauen, ob wir irgend etwas (Hilfreiches) auf den Videos sehen können. Das ist bei Nacht(aufnahmen) ein bisschen schwieriger."

.....
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Update: Möglicher Fehler bei einer Pumpe in einem der Haupttriebwerke

#3

Ungelesener Beitrag von Utopia » 6. November 2014 14:32

06.11.2014
Antares-Trägerraketen erhalten neue Triebwerke

Washington - Die Betreiberfirma der Ende Oktober beim Start verunglückten Trägerrakete Antares, Orbital Sciences Corporation, will nach eigenen Angaben die Triebwerke des Raketentyps auswechseln.
Eine Antares-Rakete war mit dem Raumfrachter "Cygnus" Ende Oktober kurz nach dem Start am Weltraumbahnhof Wallops im US-Staat Virginia explodiert -- siehe Vorbeiträge.
Erste Untersuchungen hätten einen möglichen Fehler bei einer Pumpe in einem der beiden Haupttriebwerke ergeben, wie das Unternehmen in einer Mitteilung bekannt gab.
Die Triebwerke, die auf einem weiterentwickelten, 40 Jahre alten russischen Modell basieren, sollen demnach vollständig ersetzt werden.

(APA, 6.11.2014)
MfG Utopia

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Antares-Explosion: NASA veröffentlicht Bericht und neue Bilder

#4

Ungelesener Beitrag von Utopia » 7. November 2015 18:32

07.11.2015
Die NASA hat neue Bilder von der Explosion der Antares-Rakete vom Oktober 2014 sowie den Untersuchungsbericht veröffentlicht. Die Ursache des Unfalls konnte nicht exakt ermittelt werden.

Bild
"Orbital ATK und die NASA sollten bessere Einblicke in und besseres Verständnis von Motordesign, -zertifizierung und -betrieb haben."
(Bild: NASA/Joel Kowsk)

Am 28. Oktober 2014 explodierte eine unbemannte Antares-Rakete samt dem daran montierten Cygnus-Raumfrachter. Das Unternehmen Orbital Sciences (heute Orbital ATK) sollte damit im Auftrag der NASA Fracht zur internationalen Raumstation ISS bringen. Nun liegt eine 11-seitige Zusammenfassung des Untersuchungsberichts (PDF) vor, der nicht mit Kritik spart. Die NASA hat unterdessen neue Fotos von dem Unglück veröffentlicht, bei dem keine Personen zu Schaden kamen.

Untersuchungsbericht: http://www.nasa.gov/sites/default/files ... summ_0.pdf

[youtube][/youtube]
Dieses HD-Video der Explosion ist ohne Ton. "Der Hauptmotor ist bei 108 Prozent" hieß es in der NASA-Liveübertragung, gerade als die Rakete explodierte.

Die Explosion ereignete sich 15 Sekunden nach dem Start. Ausgelöst wurde sie laut Bericht in der Turbopumpe eines der Raketenmotoren, und zwar durch Reibung zwischen dem Rotor und den nicht beweglichen Teilen der Pumpe. Die Reibung führte zu Funken, die den flüssigen Sauerstoff entzündeten. Die bei der Rakete eingesetzten Motoren vom Typ AJ26 gehen auf das sowjetische Modell NK-33 zurück. Es wurde in den frühen 1970er-Jahren als Teil des Russischen Mondprogramms N-1 entwickelt.

Drei mögliche Ursachen

Was allerdings die Reibung verursacht hat, konnte die NASA nicht eruieren. Das Untersuchungsteam machte drei mögliche Ursachen aus, die entweder alleine oder in einer Kombination verantwortlich sein dürften. Festgestellt wurden sowohl ein Produktionsfehler als auch Spuren eines Fremdkörpers, der schon vor dem Aufschlag auf dem Boden im Motor gewesen sein muss. Es dürfte sich aber um kein großes Objekt gehandelt haben.

Dritte mögliche (Mit)Ursache ist ein Designfehler, der den nämlichen Bereich der Turbopumpe anfällig für Feuer und Fehlverhalten macht. Der Bericht kritisiert, dass die Motoren nicht ausreichend für den Einsatz in einer Antares-Rakete getestet worden seien. Außerdem seien sowohl bei den Tests als auch beim Flug zu wenige Messinstrumente eingesetzt worden.

Orbital ATK möchte in Zukunft Motoren vom Typ RD-181 einsetzen. Der Untersuchungsbericht mahnt intensivere Tests und Inspektionen an, außerdem mehr und besser platzierte Instrumente beziehungsweise Sensoren, mehr Sauberkeit und besseren Schutz gegen eindringende Feuchtigkeit.
Die letzte Empfehlung ist besonders schmerzhaft: "Orbital ATK und die NASA sollten bessere Einblicke in und besseres Verständnis von Motordesign, -zertifizierung und -betrieb haben."


Orbital ATK: Die Sowjets waren's

Orbital ATK selbst hat eine eigene Untersuchung durchgeführt, an der auch Mitarbeiter der NASA und der Luftfahrtbehörde FAA beteiligt waren. Laut Spacenews sieht der Orbital-Bericht die Schuld "mit hoher Wahrscheinlichkeit" in einem Fertigungsmangel.

Als weitere mögliche, aber weniger wahrscheinliche Ursachen werden andere technische Probleme sowie "schlechte Langzeitlagerung" angeführt. Letzteres habe zu Korrosion geführt. Lieferant GenCorp (Aerojet Rocketdyne) hatte das bereits im April in Abrede gestellt und einen eingedrungenen Fremdkörper als Auslöser des Unglücks genannt. Klar ist: Niemand möchte den Schwarzen Peter haben.
(ds)

Quelle und Bilder:
MfG Utopia

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