Die Himmelscheibe von Nebra

Alles zum Thema Evolution, Geschichte, Kulturen und Archäologie (Ausgrabungen, Entdeckungen usw...)
Antworten
Benutzeravatar
Deckard666
Beiträge: 4284
Registriert: 31.08.2019 02:32
Hat sich bedankt: 6 Mal
Danksagung erhalten: 26 Mal
Germany

#1 Die Himmelscheibe von Nebra

Dokumentationen, Vorträge, Artikel usw. zum Thema Himmelscheibe von Nebra.

Bild
Die Himmelsscheibe von Nebra, eine 3700 bis 4100 Jahre alte, kreisförmige Bronzeplatte mit Applikationen aus Gold, ist die älteste bisher bekannte konkrete Himmelsdarstellung. Das Artefakt der Aunjetitzer Kultur aus der frühen Bronzezeit Mitteleuropas zeigt astronomische Phänomene und religiöse Symbole. Längere Zeit nach der Entstehung eingearbeitete Gold-Tauschierungen und die vermutlich bewusste Vergrabung vor etwa 3600 Jahren lassen den Schluss auf einen längeren, möglicherweise religiösen Gebrauch zu. Seit Juni 2013 gehört die Himmelsscheibe von Nebra zum UNESCO-Weltdokumentenerbe in Deutschland.[1]

Gefunden wurde sie am 4. Juli 1999 von Raubgräbern auf dem Mittelberg in der damaligen Gemeinde Ziegelroda nahe der Stadt Nebra in Sachsen-Anhalt[2]. Seit 2002 gehört sie zum Bestand des Landesmuseums für Vorgeschichte Sachsen-Anhalt in Halle. Den Ort, an dem die Himmelsscheibe 3600 Jahre im Boden lag, überwölbt das „Himmelsauge“, eine Scheibe aus poliertem Edelstahl.

Weitere Informationen: Wikipedia - Himmelsscheibe von Nebra


"Some men aren't looking for anything logical, like money. They can't be bought, bullied, reasoned, or negotiated with. Some men just want to watch the world burn."
Alfred Pennyworth, The Dark Knight (2008)
Benutzeravatar
Deckard666
Beiträge: 4284
Registriert: 31.08.2019 02:32
Hat sich bedankt: 6 Mal
Danksagung erhalten: 26 Mal
Germany

#2 Sensationsfund aus der Bronzezeit: Bisher verborgene Details auf der Himmelsscheibe von Nebra entdeckt

Sensationsfund aus der Bronzezeit: Bisher verborgene Details auf der Himmelsscheibe von Nebra entdeckt (2021-05-12)

Die Himmelsscheibe von Nebra ist weltberühmt. Neue Röntgenaufnahmen offenbaren nun, wie das Kunstwerk entstanden ist und welche Werkzeuge die Handwerker benutzten.

Bild
Moderne Röntgenuntersuchungen der weltberühmten Himmelsscheibe von Nebra haben bislang verborgen gebliebene Details erkennbar gemacht.

Die hochauflösenden Aufnahmen zeigen, dass in mehreren Phasen unterschiedliche Handwerker das Artefakt aus der Bronzezeit bearbeitet haben müssen. Darauf wiesen mikroskopisch kleine Spuren hin, die als Vorzeichnungen gedeutet werden, gab das Landesamt für Archäologie in Sachsen-Anhalt bekannt.

Die mit Goldsymbolen beschlagene Himmelsscheibe von Nebra gilt als älteste Himmelsdarstellung der Welt. Sie ist etwa 3600 Jahre alt und gehört damit in die Bronzezeit. Die Symbole gelten als Darstellung von Mond, Sternen und einem Schiff.

Weiterlesen ...


"Some men aren't looking for anything logical, like money. They can't be bought, bullied, reasoned, or negotiated with. Some men just want to watch the world burn."
Alfred Pennyworth, The Dark Knight (2008)
Benutzeravatar
Deckard666
Beiträge: 4284
Registriert: 31.08.2019 02:32
Hat sich bedankt: 6 Mal
Danksagung erhalten: 26 Mal
Germany

#3 Himmelsscheibe von Nebra: Wie das astronomische Geheimwissen nach Mitteleuropa gelangte

Himmelsscheibe von Nebra: Wie das astronomische Geheimwissen nach Mitteleuropa gelangte (2021-06-04)

Die Funktion der Himmelsscheibe von Nebra hat sich während der Bronzezeit dramatisch verändert. Woher ihr ursprüngliches Wissen stammt, machen Forscher in mehreren Projekten plausibel. Als Schlüssel dienen ihnen zwei winzige Bernsteinperlen.

Vergangene Zeiten erschließen sich nicht nur aus Schriften oder materiellen Fundzusammenhängen. Manchmal braucht es auch Mut und Fantasie, um unterschiedlichste Zeugnisse zu einem Bild zusammenzufügen, das durch seine Plausibilität besticht. Über beides verfügt Harald Meller. Der Landesarchäologe von Sachsen-Anhalt, der zugleich Direktor des Landesmuseums für Vorgeschichte in Halle ist, war kaum berufen, als er im Februar 2002 im Basler „Hilton“ an der Sicherstellung der Himmelsscheibe von Nebra aus Raubgräber- und Hehler-Händen beteiligt war. Seitdem hat er sich der Entschlüsselung dieses geheimnisvollen Artefakts gewidmet und dabei völlig neue Blicke auf die Frühzeit Europas eröffnet.

Bild

Nach fast 20 Jahren interdisziplinären Forschens, an dem Wissenschaftler aus aller Welt beteiligt waren, zieht Meller jetzt eine Zwischenbilanz: Mit der spektakulären Landesausstellung „Die Welt der Himmelsscheibe von Nebra – Neue Horizonte“ – in Zusammenarbeit mit dem Britischen Museum – in Halle, einem zusammenfassenden Katalog und dem neuen Buch „Griff nach den Sternen“. Das Triple strotzt vor Selbstbewusstsein. Nachdem die heftige Kritik zweier Archäologen, die 2020 viele Forschungsergebnisse als Mellers Werkstatt nicht gelten lassen wollten, unter dem Beifall vieler Kollegen sachlich zurückgewiesen wurde, scheut sich Meller nicht, seine Befunde erneut an der Grenze zur Spekulation auszudeuten.

Weiterlesen ...


"Some men aren't looking for anything logical, like money. They can't be bought, bullied, reasoned, or negotiated with. Some men just want to watch the world burn."
Alfred Pennyworth, The Dark Knight (2008)
Benutzeravatar
Deckard666
Beiträge: 4284
Registriert: 31.08.2019 02:32
Hat sich bedankt: 6 Mal
Danksagung erhalten: 26 Mal
Germany

#4 Mond und Sterne auf Nachtschwarz

Mond und Sterne auf Nachtschwarz (2021-06-12)

Die Fundstücke aus dem Hort von Nebra in restauriertem Zustand. Bild: Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Juraj Lipták
Die Himmelscheibe von Nebra ist eine Ikone der Archäologie. Jetzt gibt es einen andauernden Gelehrtenstreit und viele neue Erkenntnisse

Die Entdeckung der Himmelsscheibe von Nebra erregte viel Aufsehen, sie gilt als einer der bedeutendsten archäologischen Funde des vergangenen Jahrhunderts. Dabei fing alles ganz unspektakulär mit zwei Raubgräbern an, die mit Metalldetektoren auf der Suche nach Militaria durch den Wald auf dem Mittelberg bei Nebra in Sachsen-Anhalt streiften. Als eines der Geräte zu piepsen begann, hackten sie den Boden auf und freuten sich über einen Hortfund mit zwei goldverzierten Schwertern, zwei Beilen, einem bronzenen Meißel und Armspiralen.

Außerdem gruben sie eine stark verkrustete Scheibe aus, die wenig attraktiv aussah und den Raubgräbern das Mittelstück eines Schildes zu sein schien. Sie verkauften ihren Schatz schnell für 31.000 Mark, der dann durch einige kundigere Hände ging, bis er schließlich für den Preis von einer Million Mark verschiedenen Museen für Vorgeschichte zum Kauf angeboten wurde.

Ein Krimi und eine Sensation

Allerdings war das Angebot illegal, denn Schatzfunde von wissenschaftlicher Bedeutung aus Sachsen-Anhalt gehören dem Staat. Zum Schein ging das Landesamt für Archäologie auf Verhandlungen ein und vereinbarte 2002 ein Treffen in Basel, wo der vermeintliche Käufer, der Landesarchäologe Harald Meller, die Polizei mitbrachte und den Schatz sicherstellte.1

Die Hehler und Raubgräber mussten sich anschließend vor Gericht verantworten, verrieten den Archäologen aber den genauen Fundort, wo bei einer wissenschaftlichen Nachgrabung die Reste der Steinkiste entdeckt wurden, in der vor 3.600 Jahren alle Fundstücke als Gaben an die Götter feierlich beigesetzt worden waren. Das so genannte Hortphänomen war in der Bronzezeit über ganz Europa verbreitet, vom Mittelmeer bis Südschweden und vom Schwarzen Meer bis zur Atlantikküste. Geopfert und rituell vergraben wurden vor allem Stücke aus Bronze, aber auch Kleinteile aus Gold.

Weiterlesen ...


"Some men aren't looking for anything logical, like money. They can't be bought, bullied, reasoned, or negotiated with. Some men just want to watch the world burn."
Alfred Pennyworth, The Dark Knight (2008)
Antworten