Die Bundeswehr

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Deckard666
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#61 Entlassener MAD-Präsident Gramm: Der bittere Abschied eines Geheimdienstchefs

Entlassener MAD-Präsident Gramm: Der bittere Abschied eines Geheimdienstchefs (2020-09-26)

Mit einem emotionalen, teils frustrierten Brief verabschiedet sich der abgesetzte MAD-Chef Gramm von seinen Agenten. Auf den Bundeswehr-Geheimdienst kommen auch unter neuer Führung schwere Zeiten zu, warnt er.

Seinen Abschiedsbrief hatte Christof Gramm schon weitgehend vorbereitet, als er sich am Donnerstagvormittag in der MAD-Zentrale mit der Verteidigungsministerin traf. Nachdem Annegret Kramp-Karrenbauer ihm unter vier Augen seine Versetzung in den Ruhestand unterbreitet hatte, machte Gramm nur noch letzte Änderungen. Handschriftlich setzte er Datum und Unterschrift ein. Dann verschickte der gerade zum Pensionär degradierte Präsident seinen Brief an seine Mitarbeiter.

Gramms Bilanz, vom Apparat sogleich als Verschlusssache eingestuft, ist bemerkenswert. Sachlich präzise, aber teils auch bitter-ironisch schildert der Präsident, der für das Agentengeschäft und die Intrigen im Wehrressort immer etwas zu intellektuell war, wie er zum Buhmann wurde. Wie er zuletzt jeden Tag die Entlassung erwartete. Zwischen den Zeilen schwingt viel Frust eines Beamten mit, der zwar Fehler einräumt, sich aber doch auch als Sündenbock der Politik sieht.

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"On a long enough timeline the survival rate for everyone drops to zero."
Chuck Palanihuk, Fight Club (1999)
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Utopia
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#62 30 Jahre Armee der Einheit | Bundeswehr

30 Jahre Armee der Einheit | Bundeswehr




Bundeswehr
28.09.2020


30 Jahre Armee der Einheit: Wie haben Zeitzeugen das Zusammenwachsen der beiden deutschen Streitkräfte im Zuge der Wiedervereinigung Deutschlands erlebt? Wie haben ehemalige Soldaten der Nationalen Volksarmee den Systemwandel erlebt? Wie war das erste Zusammentreffen mit den Soldaten aus dem Westen? Wie bewerten sie den Prozess nach drei Jahrzehnten?

Mit dem Fall der Berliner Mauer am 9. November 1989 begann der Prozess, der zur Wiedervereinigung Deutschlands führte. Von diesem historisch einmaligen Vorgang waren auch die Streitkräfte Bundeswehr und Nationale Volksarmee (NVA) betroffen.
Die NVA wurde aufgelöst und Teile der Armee in die Bundeswehr integriert. Für die betroffenen ehemaligen Soldaten der NVA bedeutete das zunächst eine Zeit der Unsicherheit, weil nicht klar war, wer von ihnen in die Bundeswehr übernommen wird. Diejenigen, die schließlich übernommen wurden, mussten sich mit einem neuen Leitbild, dem des Staatsbürgers in Uniform, vertraut machen. Für manchen war es nicht einfach, plötzlich die Uniform des früheren Gegners anzuziehen.
Gemeinsame Aufgaben wie die Auslandseinsätze der Bundeswehr, die Anfang der neunziger Jahre begannen, aber auch der Einsatz im Oder-Hochwasser 1997, ließen Ost und West aber zusammenwachsen. Denn bei diesen Missionen stand vor allem die Erfüllung des Auftrags im Vordergrund und nicht die Herkunft der Soldaten aus Ost- oder Westdeutschland.


MfG Utopia
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Utopia
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#63 Bundeswehr: Generalinspekteur will weg von anfälliger Militärtechnik

Trotz vieler Zusagen der Industrie bleibt die Einsatzbereitschaft wichtiger Waffensysteme der Bundeswehr zu niedrig. Ist mehr Elektronik der richtige Weg?

Bild
Die Bodenstation von SATCOMBw ist hochmobil und flexibel einsetzbar. Der Aufbau einer solchen Station benötigt nur rund 45 Minuten.
(Bild: Bundeswehr/Sebastian Wanninger)

Der Generalinspekteur der Bundeswehr, Eberhard Zorn (60), will die Truppe mit robusterem Gerät versorgen. Mit Blick auf technische Ausfälle der vergangenen Jahre und unerfüllte Zusagen der Industrie hat Deutschlands ranghöchster Soldat Zweifel, ob der Trend zu immer komplexeren elektronischen Systemen der richtige Weg für jede Aufgabe ist.

Forderungscontrolling

"Die Bundeswehr braucht robustes Material. Militärisches Handeln ist nicht auf Ausbildung in einem Feldlager beschränkt, sondern umfasst Gefechtssituationen und kriegerische Auseinandersetzungen", sagte der General der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. "Einfache Bedienung und technischer Fortschritt müssen miteinander harmonieren. Unsere Autos müssen noch fahren, selbst wenn sie schon mal angeschossen wurden."

Deswegen habe es vor einigen Tagen das erste Treffen einer Arbeitsgruppe gegeben, die bisherige Pläne auf den Prüfstand stellt. "Wir werden künftige Großprojekte auf ihre notwendige Ausstattung und Beschaffenheit genau unter die Lupe nehmen. Wir nennen das Forderungscontrolling: Sind wirklich alle Anforderungen an das System notwendig?", sagte der General.

"Was passiert bei einer gezielten Cyberattacke?"

Erfahrungen beim Schützenpanzer Puma, den Hubschraubern Tiger und NH-90 sowie dem Transportflugzeug A400M haben nach seinen Worten gezeigt, dass der Rückgriff auf zu viel Technologie und Hightech auch zu Komplikationen führen kann. Die unterschiedlichen elektronischen Systeme seien komplex und schwer miteinander zu synchronisieren.

"In den Erprobungsumgebungen neuer Waffensysteme funktioniert alles einwandfrei. Tausende Satelliten geben uns alle Informationen, die wir brauchen", sagt Zorn. "Ich stelle mir aber die Frage, was passiert, wenn durch eine gezielte Cyberattacke Satellitensignale gestört bzw. unsere Waffensysteme angegriffen werden: Sind sie robust genug und dann weiterhin einsatzbereit?"

"Just-in-time"

Er nannte auch das Beispiel der Ersatzteilversorgung, wo sich die punktgenaue Lieferung ohne ausreichende eigene Bevorratung ("Just-in-time") als Irrweg herausgestellt hat. "Just-in-time-Auslieferung funktioniert nicht, wir müssen auf Bevorratung setzen, um die nötige Robustheit auch im logistischen System zu erlangen", so Zorn.

Zorn rechnet mit wachsenden Erwartungen der Verbündeten an die militärische Leistungsfähigkeit Deutschlands. In der Nato werde Deutschland seiner Verantwortung gerecht und erfülle die gestellten Ansprüche stets, sagte er. Seine militärischen Amtskollegen wünschten sich aber spürbar mehr Engagement Deutschlands in den internationalen Missionen. Zorn ist für die Gesamtkonzeption der militärischen Verteidigung und die Führung der Streitkräfte verantwortlich.

Kampf gegen Terrorismus

"Das Gewicht anderer Nationen liegt stärker auf dem Thema Counter-Terrorism. Bei Frankreich ist das im Sahel ganz klarer Schwerpunkt", erklärte Zorn zur Lage in Westafrika. "Hier werden wir immer wieder gefragt, ob wir uns nicht noch stärker engagieren wollen."

Er beobachte seit einigen Jahren eine verdichtete Form der Nachfrage. "Zum Irak wurden wir quasi im Halbjahrestakt gefragt, ob wir uns nicht stärker beteiligen wollen", sagte der General. "Ich kann das aus militärischer Sicht verstehen, weil natürlich alle die Lasten fair verteilen wollen, aber auch auf der Suche nach Partnern sind, die ihr Handeln grundsätzlich unterstützen." Weder die Amerikaner im Irak, noch die Franzosen in Mali wollten solche Einsätze im Kampf gegen Terrorismus allein durchführen.

Investitionen für die Landes- und Bündnisverteidigung

"Andererseits haben wir klare politische Maßgaben, wie wir uns beteiligen. Wir engagieren uns immer vernetzt mit wirtschaftlicher Zusammenarbeit, Entwicklungshilfe und Diplomatie", sagte Zorn. "Wir wollen die lokalen Kräfte vor Ort ertüchtigen, damit sie in Zukunft selbst Herr der Lage sind. Das ist klarer politischer Wille."

Umfragen zeigten, dass es bei den Auslandseinsätzen in Deutschland weiterhin überwiegend kritische Stimmen gebe. Dagegen unterstütze die Bevölkerung Investitionen für die Landes- und Bündnisverteidigung, die innerhalb der Nato nach der völkerrechtswidrigen Annexion der Krim durch Russland im Jahr 2014 neu bewertet wurde.

Präzisionswaffen und Raketentechnologie russischer Streitkräfte

"Die russischen Streitkräfte werden unverändert modernisiert. Sie haben bei ihren neuen Waffensystemen, bei Präzisionswaffen und im Bereich der offensiven und defensiven Raketentechnologie deutliche Fortschritte gemacht", stellt Zorn fest. Russland halte diese Waffen mobil bereit und habe damit eine ganz andere Flexibilität entwickelt.

Russland als Staat könne einen starken Fokus auf die Rüstung setzen und mache strategische Interessen bis nach Afrika und Vorderasien geltend. Die Nato und die EU dürften aber auch die Arktis nicht aus dem Blick verlieren. "Durch das klimabedingte Abschmelzen der Polkappe ist die Nordroute befahrbar. Sowohl für die russische Marine, als auch für die russische und asiatische Handelsschifffahrt", so Zorn.

"Die Cyberbedrohung ist real"

Auch Deutschland müsse sich besser vorbereiten. Dies fange beim Schutz des Internets und der Telekommunikation an. "Wie lässt sich ein Cyberangriff zuordnen und vor allem, wer ist bei uns zuständig? Wir haben in Deutschland erhebliche Herausforderungen, die einzelnen Zuständigkeiten der Ressorts abzugrenzen", sagte Zorn. "Dies fordert Zeit, die wir meines Erachtens nicht haben. Wir müssen da schneller werden. Die Cyberbedrohung ist real, sie ist bereits da und zwar täglich."
(bme)



MfG Utopia
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#64 Erste Frau im Amt: Martina Rosenberg wird neue Präsidentin des Militärischen Abschirmdienstes

Erste Frau im Amt: Martina Rosenberg wird neue Präsidentin des Militärischen Abschirmdienstes (2020-10-07)

Sie ist die erste Frau in dem Job: Bundeswehrdisziplinaranwältin Martina Rosenberg soll künftig den Truppengeheimdienst MAD führen. Das gab Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer bekannt.

Neue Präsidentin des Militärischen Abschirmdienstes (MAD) wird die Bundeswehrdisziplinaranwältin Martina Rosenberg. Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) informierte darüber am Mittwoch in Berlin den Verteidigungsausschuss des Bundestages. Rosenberg ist die erste Frau in dieser Funktion.

Nach ihrem Jurastudium war Rosenberg im Oktober 2000 in die Bundeswehrverwaltung eingetreten. Sie arbeitete als Rechtsberaterin und Rechtslehrerin, Geheimschutzbeauftragte, als Referatsleiterin in der Personalabteilung des BMVg und als Leiterin des Parlaments- und Kabinettsreferats. 2018 wurde sie zur Bundeswehrdisziplinaranwältin ernannt und war zuletzt am Bundesverwaltungsgericht in Leipzig tätig.

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#65 Neues Sturmgewehr: „Eine gigantische Blamage für das Verteidigungsministerium“

Neues Sturmgewehr: „Eine gigantische Blamage für das Verteidigungsministerium“ (2020-10-09)

Gerade erst hatte das Wehrressort einer kleinen Thüringer Firma den Zuschlag für die Gewehrproduktion erteilt. Jetzt kommt heraus: Womöglich hat Haenel ein Patent des Konkurrenten Heckler und Koch verletzt. Klar scheint nur: Die Truppe wird noch lange auf eine neue Waffe warten müssen.

Das Verteidigungsministerium hat die geplante Vergabe des Großauftrags für ein neues Sturmgewehr der Bundeswehr an den thüringischen Waffenhersteller C.G. Haenel nach wenigen Wochen wieder zurückgezogen. Das Haus von Ministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) begründete den Schritt mit möglichen Patentrechtsverletzungen durch das Unternehmen zulasten des Mitbewerbers Heckler und Koch.

Interne Prüfungen hätten zu dem Ergebnis geführt, so schreibt es Staatssekretär Thomas Silberhorn (CSU) in einer Unterrichtung der Obleute des Bundestags-Verteidigungsausschusses, dass eine „Patentrechtsverletzung durch den Bieter C.G. Haenel GmbH zulasten des Bieters Heckler und Koch nicht auszuschließen ist“. Deshalb habe die Vergabestelle des Bundes die beabsichtigte Zuschlagserteilung für die Firma Haenel GmbH aufgehoben.

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