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#1 Tsunamis

Verfasst: 30.04.2020 15:26
von Utopia
Tsunami - Gefahr aus der Tiefe | Doku | ARTE



ARTEde
29.04.2020


Tsunamis zählen zu den tödlichsten Naturphänomenen der Erde. Die riesigen Flutwellen erreichen auf dem Meer eine Geschwindigkeit von 800 Stundenkilometern und türmen sich in Küstennähe meterhoch auf. Seit den Katastrophen in Indonesien 2004 und im japanischen Fukushima im Jahr 2011 arbeiten Tsunami-Forscher unablässig an Tsunami-Frühwarnsystemen.

Tsunamis, große Wasserwellen mit bis zu mehreren Hundert Kilometern Wellenlänge, zählen zu den zerstörerischsten Naturereignissen. In der Regel werden sie von Seebeben oder Erdrutschen ausgelöst und transportieren die dort freigesetzte Energie mit Geschwindigkeiten von Hunderten Kilometern pro Stunde über Tausende von Kilometern hinweg zu den Küsten. Das Wort Tsunami kommt aus dem Japanischen und setzt sich aus "tsu" – Hafen – und "nami" – Welle – zusammen.
Immer mehr Menschen leben in solchen Risikozonen, in Küstengebieten, deren Urbanisierung rasant voranschreitet. Wie lässt sich ein Tsunami-Risiko in Zukunft besser abschätzen? Wie können sich Küstenbewohner besser vorbereiten und schützen? Die verheerenden Flutwellen in Indonesien 2004 und Japan 2011 erreichten eine Höhe von rund 13 Metern. Dank der vielen Videoaufnahmen sowie Forschungen vor Ort konnte die Wissenschaft zu einem besseren Verständnis der Tsunamis und deren Dynamik gelangen – und zu einer Gewissheit: Dort, wo einmal ein Tsunami auftrat, wird es weitere geben.
Seit den tragischen Ereignissen von 2004 und 2011 versuchen Tsunami-Forscher so früh wie möglich herauszufinden, was eine Katastrophe ausgelöst hat. „Tsunami – Gefahr aus der Tiefe“ begleitet ein Team von internationalen Experten, die nach den Ursachen der verheerenden Flutwelle vom 28. September 2018 im indonesischen Palu forschen. Anhand der Befragung von Tsunami-Überlebenden und mittels 3D-Simulationen rekonstruieren die Wissenschaftler, wie sich Tsunamis in einem Gebiet ausbreiten und welche physikalischen Kräfte dabei wirken.


Dokumentation von Pascal Guerin (F 2019, 53 Min)

#2 Ein Tsunami auf dem Genfer See | Doku | ARTE

Verfasst: 29.07.2020 11:39
von Utopia
Ein Tsunami auf dem Genfer See | Doku | ARTE




ARTEde
25.07.2020

Beim Wort Tsunami denken die meisten an Riesenwellen im Meer. Ein Tsunami am Genfer See scheint unvorstellbar. Doch eine wissenschaftliche Studie datiert ein solches Ereignis auf das 6. Jahrhundert – und macht deutlich, dass diese Gefahr die Ufer vieler Schweizer Seen jederzeit wieder heimsuchen könnte. Was genau hat die Naturkatastrophe im Mittelalter ausgelöst?

Im 6. Jahrhundert verursachte ein Bergsturz in einem Ort namens Tauredunum am östlichen Ende des Genfer Sees eine Flutwelle, die so riesig war, dass sie über die Genfer Stadtmauern schwappte und die ganze Stadt überflutete – so liest man es in einem damaligen Bericht des Bischofs von Tours, der im 19. Jahrhundert die Aufmerksamkeit von Geologen und Archäologen erregte.
Die Forscher recherchierten jahrzehntelang ergebnislos. Die Geschichte geriet schon fast in Vergessenheit, als 2010 zwei Forscherinnen der Genfer Universität zufällig auf ungewöhnliche Sedimentverschiebungen auf dem Seeboden stießen.
Die einzig mögliche Erklärung für dieses Phänomen: der Tsunami aus dem Jahr 563. In der Dokumentation geben Regisseur Laurent Graenicher und Fachjournalist Pierre-Yves Frei den Menschen das Wort, die sich mit dem historischen Naturereignis befassen:
Historiker, Archäologen, Geologen und Physiker rekonstruieren, wie es zu der verheerenden Katastrophe kommen konnte.

Tsunamis sind riesige Flutwellen von großer Zerstörungskraft. Sie kommen nicht nur an Küsten, sondern auch auf Binnengewässern vor; insbesondere an Bergseen.
Anders gesagt: Das Tauredunum-Ereignis beeindruckt zwar durch sein Ausmaß, ist aber durchaus kein Einzelfall. Schwer zu glauben, dass sich die scheinbar friedlichen Wasserflächen, die heute oft als Naherholungsgebiete dienen, unverhofft erheben könnten.
Die wissenschaftlichen Ergebnisse jedenfalls sind handfest: Was gestern geschah, kann morgen wieder passieren.


Dokumentation von Laurent Graenicher (CH/F 2018, 52 Min)