Arbeitsmarkt

Bargeldabschaffung, Sozialkredit-Systeme, Mobilität etc...
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Deckard666
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#31 Sinkende Tarifbindung in der Klassengesellschaft

Sinkende Tarifbindung in der Klassengesellschaft (2021-05-20)

Im vorigen Jahr hatten 43 Prozent der Beschäftigten einen Tarifvertrag, wie das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung am Mittwoch zu einer Befragung von rund 16.000 Betrieben mitteilte: "Die Tarifbindung ist dabei im Westen deutlich höher als im Osten."

Rund 45 Prozent der westdeutschen und 32 Prozent der ostdeutschen Beschäftigten arbeiteten in einem Betrieb, in dem ein Branchentarifvertrag galt. 2019 traf dies noch auf 46 Prozent im Westen und 34 Prozent im Osten zu.

Im Jahr 2020 waren in Ostdeutschland 36 Prozent der Beschäftigten durch einen Betriebsrat vertreten, in Westdeutschland traf dies auf 40 Prozent zu. In den letzten Jahren hat sich der langjährige Rückstand Ostdeutschlands bei der betrieblichen Mitbestimmung verringert. Diese Annäherung beruht auf einer rückläufigen Reichweite im Westen und einer Zunahme im Osten. Lag 2016 der Anteil der Beschäftigten in Betrieben mit Betriebsrat im Westen noch 9 Prozentpunkte über der im Osten, betrug der Abstand 2020 4 Prozentpunkte.

Dabei plädieren nicht nur die Gewerkschaften, sondern auch Teile der Wirtschaft für mehr Tarifbindung als Ausdruck einer wirtschaftsfriedlichen Gesellschaftsentwicklung. So haben auch große Teile der Wirtschaft lange Zeit die Tarifbindung als "Modell Deutschland", als Kooperation zwischen Kapital und Arbeit, gelobt und von Streik-erfahrenen Ländern wie Frankreich oder Italien abgegrenzt.

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#32 Weniger Lehrstellen, weniger Bewerber: Ausbildungsmarkt bricht wegen Coronapandemie ein

Weniger Lehrstellen, weniger Bewerber: Ausbildungsmarkt bricht wegen Coronapandemie ein (2021-05-23)

Der deutsche Ausbildungsmarkt steckt wegen der Pandemie in der Krise. Es gibt weniger Bewerber, aber auch weniger freie Lehrstellen. Vor allem im Tourismus und Gastgewerbe fielen Ausbildungsplätze weg.

Der Ausbildungsmarkt in Deutschland ist in der Coronakrise spürbar eingebrochen. Bis April 2021 ging sowohl die Zahl der Bewerber als auch das Angebot an Lehrstellen gegenüber dem Vorjahr deutlich zurück. Das berichtet die Funke Mediengruppe unter Berufung auf die Bundesagentur für Arbeit.

Demnach ging die Bewerberzahl im Ausbildungsjahr 2020/21 um zehn Prozent zurück. Bundesweit gab es bis April rund 345.000 Interessenten für einen Ausbildungsplatz. Beim Lehrstellenangebot verzeichnete die Agentur für Arbeit im selben Zeitraum ein Minus von fünf Prozent. So lag die Zahl der gemeldeten Ausbildungsplätze zuletzt bei rund 429.800.

Im April waren noch 250.000 betriebliche Ausbildungsstellen unbesetzt. Gleichzeitig hatten 190.000 Bewerberinnen und Bewerber im vergangenen Monat noch keine Ausbildungsstelle oder eine Alternative gefunden.

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#33 Wie und warum Unternehmen das Homeoffice zur neuen Arbeitsnormalität machen

Wie und warum Unternehmen das Homeoffice zur neuen Arbeitsnormalität machen (2021-06-02)

SAP, Hewlett Packard Enterprise und Porsche tun es: Sie lassen ihre Mitarbeiter im Homeoffice arbeiten, wenn sie es wollen. Die Vorteile überwiegen meist.

Die Arbeitswelt von morgen erschien für die meisten Menschen bis zum Frühjahr 2020 als reine Utopie. Und wurde dann schlagartig Realität: Binnen weniger Tage drängte die Corona-Pandemie zu Beginn der Krise Millionen Arbeitnehmer ins Homeoffice. Inzwischen haben sich viele an die Heimarbeit gewöhnt. Angestellte wie Firmen haben die Vorteile zu schätzen gelernt. Einen Weg zurück in eine jahrzehntelang typische Fünf-Tage-Bürowoche dürfte es vielerorts auch nach der Pandemie kaum geben. Etliche Unternehmen haben ihren Mitarbeitern schon flexiblere Arbeitsmodelle für die Zukunft zugesichert – einige gehen noch weiter und wollen das Homeoffice dauerhaft als neue Normalität etablieren.

Zu sehen ist das besonders in der IT-Branche. So versucht Europas größter Softwarekonzern SAP, der seinen Beschäftigten schon vor der Pandemie die Möglichkeit von bis zu vier Homeoffice-Tagen pro Woche einräumte, nochmals an Flexibilität zuzulegen. "Bei den meisten SAP-Mitarbeitern spielt es keine Rolle, von wo aus sie arbeiten. Wenn es die Tätigkeit nicht zwingend verlangt, an einem bestimmten Ort präsent zu sein, haben die Mitarbeiter bei der Wahl ihres Standorts alle Freiheiten", sagt Cawa Younosi, der als Deutschland-Personalchef bei dem Konzern für rund 25.000 Beschäftigte zuständig ist.

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#34 Homeoffice: "Beschäftigte müssen für die Nutzung der heimischen Wohnung entschädigt werden"

Homeoffice: "Beschäftigte müssen für die Nutzung der heimischen Wohnung entschädigt werden" (2021-06-03)

Nach der Pandemie dürften Homeoffice und mobiles Arbeiten für viele Beschäftigte zum Standard werden. Ob Ausstattung, Unfallschutz oder Arbeitszeit - vieles muss noch verbindlich geregelt werden. Auch mit Blick auf die Kosten hat Verdi-Bundesvorstand Norbert Reuter eine klare Position.

manager magazin: Herr Reuter, noch steht der größte Teil der Bürogebäude wegen der Pandemie leer, die Menschen arbeiten so weit wie möglich im Homeoffice. Wie handhabt es Verdi mit seinen gut 3000 Beschäftigten?

Norbert Reuter: Gewerkschaftliche Arbeit erfordert seit jeher flexibles Agieren hinsichtlich Art, Zeit und Ort. Daher ist mobiles Arbeiten inklusive Homeoffice für meine Kolleg*innen und mich nicht grundsätzlich neu. Bereits 2018, also lange vor der Corona-Pandemie, hatte der Verdi-Bundesvorstand mit dem Gesamtbetriebsrat eine Vereinbarung "Mobile Arbeit" abgeschlossen. Hieran konnten wir nun gut anknüpfen.

Was heißt das in der Praxis?

Das heißt, so weit wie möglich arbeitet derzeit ein Großteil der Verdi-Beschäftigten – ausgerüstet mit den notwendigen technischen Hilfsmitteln – mobil von Zuhause aus. Die jeweiligen Führungskräfte sind gemäß Betriebsvereinbarung aufgefordert, einer Entgrenzung zwischen beruflicher und privater Sphäre vorzubeugen. Das heißt unter anderem eine klare Begrenzung der Arbeitszeit – auch bei mobiler Arbeit.

Welches Feedback geben die Verdi-Beschäftigten den Führungskräften, klappt das mit der Trennung von Beruf und Privatsphäre im Homeoffice und beim mobilen Arbeiten?

Von meinen Kolleg*innen weiß ich, dass das schwierig ist. Die Kolleg*innen, die ihre Arbeit vor der Pandemie hauptsächlich im Büro ausgeübt haben und nun primär mobil arbeiten, sind keineswegs zu Homeoffice-Fans geworden. Viele haben auch gar nicht den Platz für ein gut ausgerüstetes Homeoffice. Das heißt, ihre jetzige Arbeitssituation sehen sie selbst nicht als Dauerzustand. Beklagt wird, dass Arbeitszeit und Freizeit verschwimmen, eine klare Trennung fehlt. Wenn es um die Frage der Wochenplanung geht, wollen zunehmend mehr Kolleg*innen im Büro statt mobil von Zuhause arbeiten. Hier zeigt sich, dass auch der persönliche Kontakt und Austausch mit Kolleg*innen ein hohes Gut ist, das man zunehmend zu schätzen weiß – eine Erfahrung, die viele erst machen mussten.

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#35 Teilzeitarbeit stärken: Bertelsmann Stiftung rät zu Reform der Minijobs

Teilzeitarbeit stärken: Bertelsmann Stiftung rät zu Reform der Minijobs (2021-06-23)

Die Union will die Verdienstgrenze bei Minijobs um 100 Euro erhöhen. Experten der Bertelsmann-Stiftung fordern stattdessen eine grundlegende Reform – mit Sozialversicherungsabgaben ab dem ersten verdienten Euro.

Fast 900.000 Minijobber haben in der Coronakrise ihren Arbeitsplatz verloren. Statt diese Form der geringfügigen Beschäftigung, bei der bis 450 Euro keine Abgaben und Steuern fällig werden, nach der Pandemie wieder wachsen zu lassen, fordert die Bertelsmann Stiftung eine Reform zur Abschaffung der Minijobs.

In einem Papier namens »Raus aus der Minijobfalle« plädieren die Expertinnen und Experten stattdessen für eine Stärkung der Teilzeitarbeit – und einer Neuordnung der Sozialversicherungsbeiträge für untere Einkommensgruppen. Sozialversicherungsabgaben sollen ab dem ersten verdienten Euro fällig werden, um sie besser zu schützen.

Tatsächlich ist die Gefahr, arbeitslos zu werden, für Minijobber rund zwölfmal höher als für sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Anspruch auf Kurzarbeiter- oder Arbeitslosengeld haben sie nicht – und im Alter haben sie keinen Anspruch auf Zahlungen aus der Rentenkasse.

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#36 Die Arbeit der Zukunft: Das Office wird hybrid

Die Arbeit der Zukunft: Das Office wird hybrid (2021-06-28)

Fast 80 Prozent aller deutschen Unternehmen wollen nicht zur traditionellen Büroarbeit der Vor-Corona-Ära zurück, die meisten wollen einen Büro-Remote-Mix.

Die Corona-Pandemie wirkt sich auch langfristig auf die Art des Arbeites aus. Das wollen die IDC-Analsysten in ihrer Studie „Work Transformation in Deutschland 2021“ herausgefunden haben. Demnach wollen 79 Prozent der deutschen Unternehmen ihr Arbeitsplatzmodell verändern. Die Marktforscher hatten IT-Entscheider, HR- und andere Fachbereichsentscheider aus 250 deutschen Unternehmen mit mehr als 100 Mitarbeitern branchenübergreifend befragt. Mehr als ein Drittel der Firmen will eine Mischung aus Büro- und Remote-Arbeit einführen, 11 Prozent wollen gar die Büroflächen aufgeben und ganze 20 Prozent bleiben bei der Arbeit vor Ort.

Bild

Im Rahmen dieser Vorhaben stehen die Firmen sowohl vor organisatorischen als auch vor IT-Herausforderungen. Die Umfrage zeigte, dass für gut ein Viertel der Organisationen die Änderung der Firmenkultur, der Verhaltens- und Denkmuster bei der Arbeit Hürden darstellen. Zudem haben gut ein Fünftel Bedenken, ob etwaige Änderungen den Gesetzesvorgaben und dem Datenschutz entspricht. Diese Bedenken sind insofern berechtigt, als nicht einmal die Hälfte der teilnehmenden Entscheider laut eigenen Aussagen die Sicherheits- und Compliance-Richtlinien ihres Unternehmens einhält.

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#37 Japanische Regierung empfiehlt offiziell 4-Tage-Woche

Japanische Regierung empfiehlt offiziell 4-Tage-Woche (2021-07-01) (Microsoft Translator)

Während die Covid-Geißel eines Tages allmählich aus dem kollektiven Bewusstsein verblasst, haben ihre Folgen die Arbeitslandschaft für viele Unternehmen für immer verändert, und immer mehr Institutionen - und auch Nationen - beginnen mit einer Vier-Tage-Woche zu experimentieren.

Vor drei Monaten berichteten wir, dass Awin CEO Adam Ross, der kürzlich den Mitarbeitern seines Unternehmens erlaubte, freitags früh zu gehen, Gegenüber Bloomberg sagte, dass "wir fest davon überzeugt sind, dass glückliche, engagierte und ausgewogene Mitarbeiter viel bessere Arbeit leisten. Sie finden Wege, intelligenter zu arbeiten, und sie sind genauso produktiv."

Es ist nicht nur Awin. Es ist ein Trend, der auf der ganzen Welt viel größer wird. Laut ZipRecruiter haben sich die Buchungen, die von einer Vier-Tage-Woche gesprochen haben, in den letzten drei Jahren auf 62 pro 10.000 Entsendungen verdreifacht. Große Unternehmen wie Unilever experimentieren sogar mit der Vier-Tage-Woche.

Es überrascht nicht, dass die Nation, die Siesta entdeckte, einen aggressiven Vorstoß in die 4-Tage-Woche machte, als Spaniens regierende Sozialisten im April einen landesweiten Test einer 4-Tage-Woche starteten, und jetzt steigt sogar Japan auf, weil japans berühmte hart arbeitende Gehaltsarbeiter im Rahmen der Initiative der Regierung, das "Work-Life (im)balance" des Landes zu verbessern, offiziell ermutigt werden, die Zeit zu verkürzen, die sie im Büro verbringen.
Die kürzlich vorgestellten jährlichen wirtschaftspolitischen Leitlinien enthalten neue Empfehlungen, dass Unternehmen ihren Mitarbeitern erlauben, sich für die Arbeit an vier Tagen in der Woche anstelle der typischen fünf zu entscheiden.

Wie die DW berichtet,hat die Coronavirus-Pandemie bereits große Veränderungen in der Art und Weise mit sich gebracht, wie japanische Konzerne – von denen viele immer noch sehr starr und traditionell sind – ihr Geschäft machen. Die politischen Führer hoffen nun, das Management davon zu überzeugen, dass flexible Arbeitszeiten, Fernarbeit, zunehmende Vernetzung und eine Vielzahl anderer Entwicklungen von Vorteil sein können, wenn sie auch nach dem Ende der Gesundheitskrise bestehen bleiben.

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Artikel im englischen Original
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#38 Vier-Tage-Woche: Weltweit größtes Experiment in Island war "überwältigender Erfolg"

Das weltweit größte Experiment einer Vier-Tage-Woche plus reduzierter Arbeitszeit in Island war laut den Organisatoren ein "überwältigender Erfolg". Gewerkschaften verhandeln nun über Arbeitszeitverkürzungen. Auch Großbritannien will das Experiment durchführen.

Mehr als ein Prozent der isländischen Erwerbsbevölkerung nahm an dem Pilotprogramm teil, das die Wochenarbeitszeit auf 35 bis 36 Stunden reduzierte, ohne dabei die Gesamtvergütung zu verringern. Eine gemeinsame Analyse von Thinktanks in Island und Großbritannien ergab, dass die Experimente, die von 2015 bis 2019 gelaufen waren und an denen mehr als 2.500 Menschen teilgenommen hatten, die Produktivität und das Wohlbefinden gesteigert und bereits jetzt zu dauerhaften positiven Veränderungen geführt hatten.


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Die isländischen Gewerkschaftsverbände haben nach den positiven Ergebnissen der Versuche nun schon damit begonnen, über reduzierte Arbeitszeiten zu verhandeln. Die Forscher schätzen, dass infolge neuer Vereinbarungen, die nach dem Ende der Experimente in den Jahren 2019 bis 2021 getroffen wurden, 86 Prozent der gesamten isländischen Erwerbsbevölkerung nun entweder reduzierte Arbeitszeiten oder zumindest flexible Arbeitszeiten haben werden.

Die Versuche wurden von der Stadtverwaltung Reykjavík und der isländischen Regierung auf Druck von Gewerkschaften und zivilgesellschaftlichen Gruppen gestartet. Zu den Arbeitnehmern, die an dem Experiment teilnahmen, gehörten sowohl Beschäftigte, die von neun bis fünf arbeiten, als auch solche, die in Sonderschichten tätig sind – mit Arbeitsplätzen in Büros, Kindergärten, Krankenhäusern und im Sozialbereich.

Auch Großbritannien ist interessiert

Die gemeinsame Analyse, die von den Thinktanks Autonomy in Großbritannien und der Association for Sustainability and Democracy (Alda) in Island durchgeführt worden war, ergab, dass sich das Wohlbefinden der teilnehmenden Arbeitnehmer in einer Reihe von Indikatoren dramatisch verbesserte. Wahrgenommener Stress und Burnout sowie die Gesundheit und die Work-Life-Balance wurden in praktisch allen Gruppen deutlich verbessert. Und als Ergebnis, so die Forscher, blieben die Produktivität und das Dienstleistungsangebot an den meisten Arbeitsplätzen, die an der Studie teilnahmen, gleich oder verbesserten sich sogar.


"Die isländische Reise zur kürzeren Arbeitswoche zeigt uns, dass es nicht nur möglich ist, in der heutigen Zeit weniger zu arbeiten, sondern dass auch ein progressiver Wandel möglich ist", sagte Guðmundur D. Haraldsson, ein Forscher bei Alda. Und er ergänzte:

"Unser Fahrplan zu einer kürzeren Arbeitswoche im öffentlichen Sektor sollte für jeden interessant sein, der sich eine Reduzierung der Arbeitszeit wünscht."

Die Versuche waren so angelegt, dass sie sowohl für die Stadtverwaltung als auch für die Regierung, die sie durchführte, einkommensneutral waren. Will Stronge, Leiter der Forschungsabteilung beim Thinktank Autonomy, sagte: "Diese Studie zeigt, dass der weltweit größte Versuch einer kürzeren Wochenarbeitszeit im öffentlichen Sektor in jeder Hinsicht ein überwältigender Erfolg war. Sie zeigt, dass der öffentliche Sektor reif ist, ein Vorreiter für kürzere Arbeitswochen zu sein – und dass daraus Lehren für andere Regierungen gezogen werden können." Laut Stronge könnte das auch für Großbritannien gelten:

"Island hat einen großen Schritt in Richtung Vier-Tage-Woche gemacht und bietet ein großartiges Beispiel für die Kommunen und den öffentlichen Sektor in Großbritannien, die eine Einführung hier in Großbritannien erwägen."

Die Idee einer Vier-Tage-Woche findet in Großbritannien einige Unterstützer: 45 Abgeordnete von Parteien wie Labour, der SNP, Plaid Cymru, der SDLP und der Grünen Partei unterzeichneten einen Antrag, in dem die Regierung aufgefordert wird, eine Kommission zur Prüfung des Vorschlags einzurichten. Eine im Juli letzten Jahres veröffentlichte Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Survation ergab, dass 63 Prozent der Bevölkerung die Idee einer Vier-Tage-Woche ohne Lohneinbußen unterstützen, während nur zwölf Prozent dagegen sind.
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#39 Arbeitsmarkt: Mehr als eine Million Berufstätige sind älter als 67 Jahre

Arbeitsmarkt: Mehr als eine Million Berufstätige sind älter als 67 Jahre (2021-07-11)

Von wegen Vorruhestand: Immer mehr Über-67-Jährige arbeiten noch – die meisten in Jobs, die nicht sonderlich beliebt sind.

Immer mehr Ältere in Deutschland arbeiten. Von den rund 38 Millionen Beschäftigten waren im vergangenen Jahr knapp 1,04 Millionen Menschen 67 Jahre oder älter. Fast 600.000 hatten noch im Alter ab 70 einen regelmäßigen Job – und zwar am häufigsten als Fahrzeugführer im Straßenverkehr, als Reinigungskraft oder im Büro oder Sekretariat. 72.000 Berufstätige waren sogar 80 Jahre oder älter.

Das zeigt die Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken im Bundestag, die der Nachrichtenagentur dpa vorliegt.

Unter den Menschen mit einer Beschäftigung ab 67 sind 800.000 Minijobber. Bei der Kombination aus Rente und Minijob muss man sich nicht sozialversichern und die zusätzlichen Einnahmen nicht versteuern. Möglich ist auch die Kombination mehrerer Minijobs, wenn der Gesamtverdienst bei 450 Euro bleibt.

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#40 Arbeitsmarkt-Prognose: „Viele merken jetzt – die vierte Welle ist real“

Arbeitsmarkt-Prognose: „Viele merken jetzt – die vierte Welle ist real“ (2021-08-04)

Die Sorge vor den wirtschaftlichen Auswirkungen einer vierten Corona-Welle nimmt in vielen europäischen Ländern zu. Das dämpft den Optimismus am Arbeitsmarkt. Der schien gerade in Deutschland ungebrochen groß. Doch der Standort D kämpft mit einem ganz speziellen Problem.

In den allgemeinen Optimismus am Arbeitsmarkt mischen sich neue Sorgen. Das zeigt das sogenannte Europäische Arbeitsmarktbarometer, ein Frühindikator, der auf Umfragen unter den Arbeitsagenturen in Deutschland und 14 weiteren Ländern beruht. Im Juli sank das Barometer erstmals seit Monaten, und zwar um 0,4 auf 104,8 Punkte. Die Skala reicht von 90 (sehr schlechte Entwicklung) bis 110 (sehr gute Entwicklung).

Der aktuelle Wert liege immer noch deutlich im positiven Bereich, sagt Enzo Weber vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Das bedeutet, dass die Befragten damit rechnen, dass sich die Erwerbslosenzahlen und die Beschäftigungsentwicklung verbessern – allerdings nicht mehr so stark wie zuvor, als der Wert immer weiter nach oben kletterte.

Der ungebremste Optimismus hat einen Dämpfer bekommen. Das zeigt: Die Lage ist fragil, und für eine Entwarnung ist es zu früh. „Die Sorge vor den wirtschaftlichen Auswirkungen einer neuen Pandemie-Verschärfung nimmt fast überall zu“, sagt Weber. „Viele merken jetzt: Die vierte Welle ist real.“

In den ersten Ländern würden die Kontaktbeschränkungen wieder verschärft – verbunden mit der Ungewissheit, ob es die Unternehmen und Beschäftigten in Branchen wie der Gastronomie noch einmal ähnlich hart treffen könnte wie auf dem vergangenen Höhepunkt der Corona-Krise.

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