Alles über Weltraumsonden und Satelliten

Satelliten, Planetensysteme, Asteroiden, Kometen usw...
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Utopia
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#1 Alles über Weltraumsonden und Satelliten

ESA: Erstes Satelliten-Ausweichmanöver wegen Starlink nötig
SpaceX und andere wollen riesige Satellitenflotten ins All schicken – für globale Internetabdeckung. Dann werden wohl Verkehrsregeln nötig.

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Die beiden Bahnen (Bild: ESA)

Der ESA-Windsatellit Aeolus musste einem Starlink-Satelliten von SpaceX ausweichen und die Europäische Weltraumagentur hat die Gelegenheit genutzt, um auf die Veränderungen im All angesichts von geplanten riesigen Flotten für Satelliteninternet hinzuweisen. Auf Twitter erklärte die ESA, dass die eigenen Satelliten zwar immer wieder Ausweichmanöver durchführen müssten, in den allermeisten gehe es dabei aber um inaktive Satelliten oder um Weltraummüll. Es sei sehr selten, dass eine Kollision mit aktiven Satelliten verhindert werden müsse. Gegenüber Forbes erklärte Holger Krag von der ESA nun, was im aktuellen Fall unternommen wurde und warum dieses Vorgehen eigentlich antiquiert sei.

Viele Tausend neue Satelliten geplant
Starlink ist der Name für das vom US-Raumfahrtunternehmen SpaceX geplante weltumspannende Internet-Netz. Ende Mai hatte der Konzern von Elon Musk die ersten 60 Satelliten dafür ins All geschossen, bis zu 12.000 sollen in den kommenden Jahren folgen. Andere Konzerne haben ähnlich umfangreiche Pläne und insgesamt könnte damit eine bislang beispiellose Zunahme der Zahl von Satelliten folgen. Sorgen machen sich angesichts dessen unter anderem Astronomen, die befürchten, dass die Konstellationen ihre Beobachtungen erschweren. Die ESA deutet nun an, welche Folgen die Umsetzung der Pläne für das Netz aus Satelliten im Erdorbit haben könnte.

Wie die ESA erklärt, war ermittelt worden, dass es mit einer Wahrscheinlichkeit von 1 zu 1000 zu einer Kollision von Aeolus mit einem Starlink-Satelliten kommen könnte. Das sei zehnmal so hoch, wie sie selbst zu akzeptieren bereit sei; sie habe die Betreiber von Starlink per E-Mail darauf aufmerksam gemacht. Da Aeolus schon länger auf dieser Bahn unterwegs ist, sei die ESA davon ausgegangen, dass SpaceX reagieren würde. Internationale Regeln für einen solchen Fall gebe es nicht. Ein SpaceX-Vertreter habe geantwortet und erklärt, dass man keine Reaktion plane. Daraufhin sei Aeolus' Ausweichen eingeleitet worden.

Ein Umdenken nötig
Warum SpaceX nicht habe reagieren wollen, sei nicht klar, schreibt Forbes. Krag vermutet demnach, dass der Antrieb der Starlink-Satelliten nicht so schnell reagieren könnte wie der von Aeolus. Er stellt demnach aber auch klar, dass in diesem Fall niemand etwas falsch gemacht habe, denn "es gibt keine Regeln im All". Stijn Lemmens von der ESA ergänzt, dass man aber auf die nötige Arbeit aufmerksam machen wolle. Angesichts von bald Tausenden neuen Satelliten sei ein organisierter Umgang mit solchen Situationen nötig, ergänzt Krag: "Es kann nicht sein, dass bei 10.000 Satelliten im All die Operatoren eine E-Mail schreiben. So stelle ich mir moderne Raumfahrt nicht vor."

Nicht nur die ESA setzt deswegen auf automatisch durchgeführte Ausweichmanöver. Künstliche Intelligenz können in allen Bereichen helfen, den langwierigen Prozess zu automatisieren. So müssten nicht nur mögliche Kollisionen rechtzeitig entdeckt werden, Ausweichrouten müssten ihrerseits auf die Kollisionsgefahr hin geprüft und die Manöver zur richtigen Zeit durchgeführt werden. Bis es soweit ist, wünsche man sich aber bessere Reaktionen von SpaceX. Seit dem Start von Starlink habe man versucht, mit den Betreibern Kontakt aufzunehmen, erst jetzt habe man zum ersten Mal überhaupt eine Antwort bekommen. (mho)
https://www.heise.de/newsticker/meldung ... 12486.html


MfG Utopia
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#2 SpaceX: Gefahr für Satelliten wegen eines E-Mail-Fehlers verpasst

Ein ESA-Satellit musste wertvollen Treibstoff einsetzen, um einem Übungs-Satelliten von SpaceX auszuweichen. SpaceX beruft sich auf einen E-Mail-Bug.
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SpaceX-Chef Elon Musk (Bild: dpa, John Raoux, AP)

Das private Raumfahrt-Unternehmen SpaceX kämpft mit seinen E-Mail-Einstellungen. Am Montag hatte die Europäische Raumfahrtagentur ESA ihren wissenschaftlichen Satelliten Aeolus ein Ausweichmanöver fliegen lassen müssen. Andernfalls wäre das Risiko einer Kollision mit einem SpaceX-Übungssatelliten zu groß gewesen. SpaceX selbst hatte nicht ausweichen wollen. Die nun gegebene Ausrede: Ein Bug im internen Kommunikationssystem.

SpaceX bestätigt inzwischen, am 28. August ein Ausweichmanöver abgelehnt zu haben. Damals habe die US-Luftwaffe das Karambolage-Risiko aber noch auf zirka 1 zu 45.000 geschätzt. Branchenüblich sind Ausweichmanöver ab 1 zu 10.000. Später habe eine neue Berechnung der Luftwaffe ein Risiko von etwa 1 zu 590 ergeben.

E-Mail verpeilt
Doch die entsprechende Warnung ist bei SpaceX untergegangen. Grund sei "ein Bug in unserem Bereitschafts-Mitteilungssystem". "SpaceX untersucht noch das Problem und wird korrigierende Maßnahmen ergreifen", verspricht die Firma, "Hätte unser Mitarbeiter die Mitteilung gesehen, hätten wir die beste Herangehensweise mit der ESA koordiniert."



Während die Kommunikation zwischen Satellitenbetreibern offensichtlich verbesserungsfähig ist, geht das eigentliche Problem tiefer: Es fehlen Verkehrsregeln im All. "Das All ist nicht organisiert. Daher glauben wir, dass wir Technik brauchen, um den Verkehr zu managen", hatte Holger Krag, Leiter der ESA-Abteilung für Weltraummüll, zu Forbes gesagt, "Es geht nicht an, dass bei (zukünftig) 10.000 Satelliten im All die Betreiber E-Mails schreiben. So stelle ich mir moderne Raumfahrt nicht vor."

(ds)
https://www.heise.de/newsticker/meldung ... 13172.html


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#3 Wie Satelliten unser Leben verändern | SPACETIME Doku

Wie Satelliten unser Leben verändern | SPACETIME Doku




WELT Nachrichtensender

2015 wird Nepal vom stärksten Erdbeben der Landesgeschichte erschüttert. Bilder von Radarsatelliten kennzeichnen die geologischen Folgen des Bebens - fast zentimetergenau.
1946 lieferten Kameras die ersten Aufnahmen aus dem All.
Heute rückt die kontinuierliche Überwachung der Erde bereits in greifbare Nähe.
Moderne Telefonie, Fernsehen und Internet sind ohne die Technik im Erdorbit nicht möglich.
Wie funktioniert unser GPS System? Big-Data-Bedrohung oder Telekommunikation 2.0?

Prof. Dr. Ulrich Walter klärt auf in "Spacetime".


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#4 Lichterkette am Nachthimmel: Bald wieder Starlink-Satelliten sichtbar

SpaceX hat die nächsten 60 Satelliten für sein Projekt Starlink ins All geschossen und Ende Januar dürften die auch in Deutschland zu sehen sein.

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Der Start der Satelliten (Bild: SpaceX)

Anfang der Woche wurden zum dritten Mal 60 Satelliten für das Projekt Starlink ins All geschossen – die nun wie eine Perlenkette um die Erde ziehen. "Die Satelliten sind nach dem Start relativ eng beieinander, sehr niedrig und deswegen sehr auffallend für gelegentliche Beobachter", erklärte Rainer Kresken von der Starkenburg-Sternwarte im hessischen Heppenheim.

Hierzulande noch nicht zu sehen
Die Bahn der nun gestarteten Satelliten verläuft derzeit noch nicht über Deutschland, später im Januar seien sie aber am Morgenhimmel zu erspähen. Ihre Vorgänger waren bei gutem Wetter rund eine Woche von etwa 17 bis 20 Uhr am Abendhimmel zu sehen, sagte Hansjürgen Köhler vom Centralen Erforschungsnetz außergewöhnlicher Himmelsphänomene (Cenap), einem privatem Zusammenschluss zur Aufklärung ungewöhnlicher Himmelserscheinungen. Der Weg der recht schnellen Himmelskörper starte derzeit im Nordwesten bis Westen und verlaufe in Richtung Südosten.

Die ungewöhnliche Lichterkette am Himmel sei für viele Menschen irritierend, sagte Köhler. Die Hotline der Meldestelle stehe an manchen Abenden kaum mehr still, es gebe bis zu 60 Anrufe.

Das dürfte noch eine Weile so weitergehen: Seit Mai vergangenen Jahres sind erst 180 der Satelliten ins All geschossen worden und umkreisen nun die Erde, insgesamt sollen es 12.000 oder mehr werden. Starlink ist ein Projekt des US-Unternehmens SpaceX von Tesla-Chef Elon Musk. Ziel des milliardenschweren Programms ist es, sowohl entlegene Gebiete als auch Ballungszentren mit schnellem und preiswertem Breitband-Internet zu versorgen.

Kritik von Astronomen
Die jeweils über 200 Kilogramm schweren Satelliten sollen Daten von Bodenstationen bekommen und untereinander mit Hilfe von Lasern weiterleiten. Sie sollen in relativ niedrigen Umlaufbahnen fliegen und im Vergleich zu klassischer Satelliten-Kommunikation deutlich kürzere Verzögerungszeiten gewährleisten. Astronomen kritisieren, dass irgendwann mehr Satelliten als Sterne am Nachthimmel zu sehen sein könnten. Die Perlenkettenstruktur löst sich später auf, denn die Satelliten sollen sich wie ein Netz über die Erde verteilen.
(mho)



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#5 Wenige Meter Abstand: Zwei inaktive Satelliten vor Beinah-Kollision

Zwei seit Jahrzehnten inaktive Satelliten rasen Mittwochnacht mit wenigen Metern Abstand aneinander vorbei. Eine Kollision ist möglich, warnt eine US-Firma.

In der Nacht zum Donnerstag werden über den USA zwei inaktive Satelliten in wenigen Metern Entfernung aneinander vorbei rasen, die Wahrscheinlichkeit einer Kollision liegt bei 1 zu 100. Das hat die US-Firma LeoLabs ermittelt, die für Satellitenbetreiber Objekte in niedriger Erdumlaufbahn kartiert. Wie das Unternehmen auf Twitter zusammenfasst, werden das ehemalige Weltraumteleskop IRAS (Infrared Astronomical Satellite) und der Experimentalsatellit GGSE-4 um 0:39 Uhr (MEZ) am Donnerstag mit einer relativen Geschwindigkeit von fast 53.000 km/h in lediglich 15 bis 13 Metern aneinander vorbei rasen. Eine Kollision sei nicht ausgeschlossen und könne Trümmer produzieren.

Seit Jahrzehnten nicht mehr aktiv
Der Satellit IRAS wurde 1983 gestartet und war als gemeinsames britisches, niederländisches und US-amerikanisches Projekt das erste Weltraumteleskop für mittleres und fernes Infrarot. Insgesamt war es elf Monate im Einsatz und im November 1985 wurde es außer Betrieb genommen, erklärt der Astronom Jonatham McDowell. Seitdem kreist es um die Erde, ohne das ein Kontakt möglich ist. GGSE-4 dagegen ist ein ehemaliger US-Spionagesatellit, der im Mai 1967 gestartet worden ist. Auch er ist nicht mehr erreichbar und kann keine Kurskorrektur ausführen.

Wie LeoLabs nun ausführt, werden sich die beiden inaktiven Satelliten in der Nacht zum Donnerstag eventuell nur um wenige Meter verfehlen (Visualisierung). Das sei besonders gefährlich, da IRAS mit 3,6 m × 3,24 m × 2,05 m relativ groß sei, was nicht nur die Kollisionswahrscheinlichkeit erhöht, sondern auch deren Folgen. IRAS hat eine Masse von 954 Kilogramm, GGSE-4 kommt auf 85 Kilogramm. Weil die beiden Objekte aufeinander zu fliegen, würde eine Kollision bei einer relativen Geschwindigkeit von 14,7 Kilometern pro Sekunde erfolgen. Sollte es dazu kommen, ergäbe das viele Trümmer, die dann wiederum andere Satelliten gefährden würden – auch noch aktive.

Die Kollisionsgefahr wächst
Die US-Firma nutzt die Gelegenheit, darauf hinzuweisen, dass der erwartete Beinah-Zusammenstoß der beiden Satelliten einmal mehr deutlich mache, wie wichtig es sei, inaktive Satelliten möglichst schnell aus dem Orbit zu entfernen. Nur so sei die Erdumlaufbahn nachhaltig zu nutzen. Auf die Gefahren der wachsenden Zahl von Satelliten und Objekten im Erdorbit hatte vor wenigen Monaten ein Ausweichmanöver aufmerksam gemacht. Mit dem hatte die ESA einen ihrer Satelliten vor einer möglichen – wenn auch nur wenig wahrscheinlichen – Kollision mit einem von SpaceX bewahrt. Die ESA will nun 2025 erstmals einen Satelliten aus dem Orbit entfernen.
(mho)



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#6 Internet: OneWeb bringt 34 weitere Satelliten mit russischer Rakete ins All

Das Kommunikationsunternehmen OneWeb hat weitere 34 Satelliten zur Internetversorgung ins All geschickt. Der Start in Baikonur verlief erfolgreich.

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Mit einer Sojus-Trägerrakete sind 34 neue Satelliten des britischen Kommunikationsunternehmens OneWeb für eine bessere Internetversorgung auf der Erde ins Weltall gestartet. Die Rakete hob pünktlich am Samstagabend vom Weltraumbahnhof Baikonur in der kasachischen Steppe ab, wie die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos mitteilte. Nach gut drei Stunden sollten die Satelliten auf rund 450 Kilometern Höhe ankommen, sich dann ablösen und auf ihre Umlaufbahn bewegen.



Роскосмос ТВ

Am 21. März 2020, um 20:06:58 Uhr Moskauer Zeit, wurden die Trägerrakete Sojus-2.1b mit dem Fregat-Boosterblock und die zweite Charge von 34 OneWeb-Raumfahrzeugen nach den Startberechnungen der Unternehmen der russischen Raketen- und Raumfahrtindustrie gestartet.Die Trennung der oberen Stufe und der dritten Stufe der Rakete erfolgte normalerweise 562 Sekunden nach dem Start.

Nach der Trennung des Gefechtskopfes startete die Fregattenoberstufe die Fahrzeuge weiter in eine bestimmte Umlaufbahn.In der Zeit von 21:18 bis 23:51 Uhr Moskauer Zeit werden die britischen OneWeb-Satelliten gemäß dem Flugplan in Gruppen von zwei oder vier Satelliten aufgeteilt.


Das Projekt OneWeb, bei dem Geldmangel herrschen könnte, sieht eine Konstellation von Hunderten Satelliten im Weltall vor. Sie sollen auf der Erde ein Hochgeschwindigkeitsnetz für das Internet ermöglichen – zu Wasser, zu Land und in der Luft. Die kommerzielle Nutzung soll bereits in diesem Jahr beginnen. Das Unternehmen hatte schon für die ersten Starts russische Raketen vom Typ Sojus genutzt, um die Satelliten ins All zu schießen.

Erhöhte Sicherheitsvorkehrungen wegen des Coronavirus

In Baikonur, das in der Steppe der Ex-Sowjetrepublik Kasachstan in Zentralasien liegt, gelten wegen der Coronavirus-Pandemie erhöhte Sicherheitsvorkehrungen. Experten, die den neuen OneWeb-Start vorbereiteten, mussten besondere Gesundheitschecks durchlaufen, hieß es bei Roskosmos. Die Behörde sperrte auch für Journalisten den Zugang zum Kosmodrom.

Der in Frankreich ansässige Raketenbetreiber Arianespace hatte bereits am 7. Februar Baikonur für einen Start mit ebenfalls 34 OneWeb-Apparaten genutzt. Wegen der Coronavirus-Pandemie gibt es aktuell vom Weltraumbahnhof in Kourou im südamerikanischen Französisch-Guayana keine Starts. Diese werden Arianespace zufolge wieder aufgenommen, sobald es die Bedingungen erlauben. (bme)



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#7 Katastrophe für Astronomie: Elon Musks Satelliten fluten Himmel

Katastrophe für Astronomie: Elon Musks Satelliten fluten Himmel




Clixoom Science & Fiction
28.04.2020

Für die satellitenbasierte Kommunikationstechnologie sollen abertausende von Satelliten in den Erdorbit geschickt werden. Die Flugkörper, sollen jeden Winkel unseres Planeten mit Internet versorgen sollen. Schon im letzten Jahr kamen besorgte Stimmen aus der Astronomie auf, weil die tausenden Flugkörper in Zukunft den Blick durch Teleskope extrem stören können, da sie Sonnenlicht reflektieren. Das von Elon Musk gegründete amerikanische Unternehmen SpaceX, arbeitet an einem Satelliten-Netzwerk namens “Starlink”. Satelliten, die zwischen 340 und 1.300 Kilometer um die Erde kreisen, sollen die ganze Erde mit Highspeed-Internet versorgen, das sogar noch schnellere Geschwindigkeiten als Glasfaserkabel erreichen soll.


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#8 Machtkampf im Weltall – Chinas Satellitennavigationssystem deckt die ganze Welt ab

Jahrzehntelang gab das GPS-System der USA die Position an, nun arbeitet Pekings Pendant Beidou weltweit. Es macht das Militär unabhängig und ist Ausdruck des globalen Machtanspruchs Chinas. Galileo aus Europa braucht noch etwas Zeit, wird aber sehr viel genauere Daten zur Verfügung stellen.

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Die letzten Beidou-Satelliten wurden vom Weltraumbahnhof Xichang im Südwesten Chinas ins Weltall gebracht.
(PR)

Jedes Handy kann die Position auf der Erde bestimmen – möglich macht das ein Netz von Satelliten, deren Signale ausgewertet werden. Das erste und nach wie vor wichtigste System – GPS - stammt aus den USA. Wegen der militärischen Bedeutung der Signalgeber gibt es mehrere Konkurrenzveranstaltungen. Wie etwa das rein zivile Galileo-System der EU. Im Juni hat Peking den 35. Satelliten seines eigenen Beidou-Systems erfolgreich in den Orbit geschickt. 30 davon sind für den Betrieb notwendig, fünf Satelliten haben experimentellen Charakter und dienen als Reserve.

Beidou – nach dem Sternbild des Großen Bären benannt – ist damit komplett und deckt den ganzen Planeten ab. An dem System wurde seit den 1990er Jahren gearbeitet. Im Jahr 2000 deckte Beidou das Gebiet von China ab, 2012 den asiatisch-pazifischen Raum und nun die ganze Welt.

Militärische Unabhängigkeit

Ein eigenes Satellitennavigationssystem spielt Peking in mehrfacher Hinsicht in die Hände. Zuerst ist der militärische Wert zu nennen. Chinas Militärsysteme würden im Falle eines Konflikts mit den USA online bleiben, dazu kann es ihnen nicht mehr passieren, dass die USA die Signalgüte absichtlich verschlechtern. "Die tiefgreifendste Auswirkung ist, dass China jetzt unabhängig ist. China hat jetzt ein System, das widerstandsfähig ist und in Konfliktzeiten eingesetzt werden kann", sagte Christopher Newman, Professor für Weltraumrecht gegenüber dem TV-Sender CNBC.

Auch Sanktionen aus Washington können Peking im Bereich der Navigation nicht mehr treffen. "Das Beidou-Netzwerk ist ein Sinnbild für Chinas große außenpolitische Ambitionen. Sie nehmen eine viel globalere Sichtweise ein", so Newman. Das Navigationssystem ist eng mit der "Belt and Road Initiative" verknüpft. Auf der neuen Seidenstraße und in der Hardware, die China herstellt, wird Beidou das US-System ablösen. Mehr als die Hälfte aller Länder nutzen das Netzwerk bereits, erklärte Yang Changfeng, der Chefdesigner von Beidou. China habe sich damit "von einer bedeutenden Nation im Bereich des Weltraums zu einer wahren Weltraummacht entwickelt".

Galileo wird sehr genaue Daten liefern

Zhou Chenming, ein chinesischer Militärexperte, sagte, das Beidou-System werde dazu beitragen, die militärischen Fähigkeiten Chinas zu stärken. "Mit unserem eigenen Navigations- und Ortungssystem, das über eine gute Präzision verfügt, können sich Chinas Raketen, Drohnen und andere Fahrzeuge auf unsere eigene Technologie verlassen, ohne sich über Signalverluste Sorgen machen zu müssen, und dies wird unserem Militär helfen, Truppeneinsatz und die logistische Unterstützung besser zu koordinieren."

Positionsdaten sind nicht alle gleich. Nachdem das US-Monopol geknackt ist, wird ein Wettbewerb über die besseren Daten ausgetragen. Das GPS-System soll bislang dem US-Militär qualitativ bessere Daten zur Verfügung gestellt haben, als dem zivilen Sektor. Damit will das europäische Galileo-System aufräumen, wenn es vollständig einsatzfähig ist. Galileo soll jedem Nutzer Positionsdaten mit einer Genauigkeit von 20 Zentimetern zur Verfügung stellen. Das wäre um den Faktor zehn genauer als die jetzigen GPS-Daten.



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#9 Wie gefährlich sind die Starlink-Satelliten für die Astronomie und erdnahe Raumfahrt?

Starlink - Bedeutung für die Astronomie und die Raumfahrt | Peter Kroll



Urknall, Weltall und das Leben
24.07.2020

Das Starlink-Projekt wird in der Wissenschafts-Community kontrovers diskutiert. Wie gefährlich sind die Starlink-Satelliten für die Astronomie und erdnahe Raumfahrt?
Peter Kroll geht in seinem Vortrag auf die wesentlichen Vor- und Nachteile des Starlink-Netzwerks ein.


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#10 NASA-Sonde Voyager 1: 150 Mal so weit von der Sonne entfernt wie die Erde

Voyager 1 hat einen weiteren Meilenstein absolviert. Die Sonde ist nun über 150 Astronomische Einheiten von der Sonne entfernt und meldet sich immer noch.

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Künstlerische Darstellung der Position von Voyager 1
(Bild: NASA)

Die NASA-Sonde Voyager 1 ist jetzt mehr als 150 Mal so weit von der Sonne entfernt wie unsere Erde. Das geht aus den Statusdaten der NASA hervor, abgesehen davon ist der Meilenstein weitestgehend untergegangen. Irgendwann im Verlauf des Donnerstags (MESZ) hat die Sonde demnach die Distanz von 150 Astronomische Einheiten (AE) zur Sonne erreicht und übersprungen. Voyager 1 ist seit 1998 das am weitesten von uns entfernte Objekt von Menschenhand, die Distanz zur Erde beträgt gegenwärtig knapp 149,5 AE. Aufgrund der Eigenbewegung der Erde vergrößert sich diese Distanz aber nicht gleichmäßig.

Das Ende des Kontakts nähert sich
Voyager 1 war am 5. September 1977 gestartet, 16 Tage nach ihrer Schwestersonde Voyager 2. Auf einer schnelleren Route wurde sie dann vorbei am Jupiter (1979) und dem Saturn (1980) aus der Ebene des Sonnensystems geschleudert und guckt seitdem quasi von schräg oben auf ihre Heimat. Signale mit Lichtgeschwindigkeit brauchen inzwischen schon fast 21 Stunden. Die Kommunikation mit der immer noch aktiven Sonde verlangt also viel Geduld. 2012 hatte Voyager 1 den interstellaren Raum erreicht, Voyager 2 erreichte diesen Meilenstein Ende 2018. 2017 hatte Voyager 1 zum ersten Mal nach 37 Jahren die Triebwerke angeworfen, um die eigene Antenne genauer auf die Erde auszurichten.

Der NASA zufolge sind noch immer vier der zehn mitgeführten Instrumente aktiv und sammeln Daten für die Forschung. In wenigen Jahren wird die Energie aber nicht mehr ausreichen und die Instrumente werden dann abgeschaltet werden. Danach könnten aber möglicherweise weiterhin Flugdaten zur Erde gesendet werden und erst gegen Mitte der 2030er Jahre könnte dann auch der letzte Kontakt zum Deep Space Network abbrechen, schreibt die NASA. Die Sonde wird sich danach weiterhin mit knapp 17 Kilometern pro Sekunde vom Sonnensystem entfernen und sich unter anderem in rund 38.000 Jahren bis auf 1,7 Lichtjahre an einen Stern namens AC+79 3888 annähern.
(mho)



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