Lebensmittel: Rationierungen, Engpässe und drohendes...

Alles rund um das Thema Gesundheit, Medizin, Ernährung & Die "Tricks" der Supermarktkonzerne
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#1 Lebensmittel: Rationierungen, Engpässe und drohendes...

Viele Regale im Lebensmittelhandel sind derzeit leer, denn es wird gehamstert. Vor allem Speiseöl und Mehl werden aktuell knapp. Aldi, Lidl, Rewe und andere Supermärkte und Discounter müssen jetzt handeln - und rationieren Lebensmittel im Verkauf.

Hier folgen nun laufend aktuelle Berichte und News dazu...


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#2 Supermärkte machen Ernst: Aldi, Lidl & Co. erhöhen Preise - und diese Lebensmittel werden rationiert

Zu Anfang der Corona-Pandemie war es das Toiletten-Papier, jetzt ist es das Speiseöl: Einige Lebensmittel werden in Supermärkten und Discountern derzeit knapp. Gründe sind der Ukraine-Krieg und die Hamsterkäufe einiger Menschen - für sich, aber vor allem auch für Hilfsorganisationen.

Zuletzt haben der Deutsche Lebensmittelverband und auch zahlreiche Händler einen dringenden Appell an die Kunden gerichtet und darum gebeten, nicht zu hamstern. Da haltbare Lebensmittel dennoch immer knapper werden, greifen Aldi, Lidl, Rewe, Real und Co. jetzt durch - und rationieren Waren.

Aldi, Lidl und andere Discounter und Märkte beschränken den Verkauf

An vielen Regalen im Supermarkt finden sich Kunden-Hinweise, die darauf aufmerksam machen, dass nur eine bestimmte Menge des jeweiligen Produkts eingekauft werden darf. Nicht nur Lebensmittel sind von den Einschränkungen betroffen, sondern auch Kinder- und Hygieneprodukte. Denn auch die, werden gerade vermehrt von Hilfsorganisationen für Geflüchtete aus der Ukraine eingekauft.

Vor allem diese Produkte werden laut Lebensmittelzeitung häufig nur noch in "haushaltsüblichen Mengen" verkauft:

Sonnenblumenöl und Rapsöl
Pflanzenfette, Streichfette (zum Beispiel pflanzliche Margarine)
Mehl
Toiletten- und Küchenpapier
Reis und Nudeln
In vereinzelten Märkten (häufig bei Lidl) auch Konserven


Einkaufen im Supermarkt: Diese Produkte sind deutlich teurer geworden

Wie die "Lebensmittel-Zeitung" berichtet, sind einige Produkte des alltäglichen Lebens in Discountern und anderen Supermärkten um bis zu 40 Prozent teurer geworden. Darunter sind Produkte und Waren aus verschiedenen Bereichen, nicht nur grundlegende Nahrungsmittel wie Weizen oder Speiseöl.

Unter anderem sind dies folgende Alltagsprodukte, sortiert nach dem stärksten Anstieg:

Nudeln, Penne Rigate (500 Gramm): von 49 auf 69 Cent (+ 40,8 %)
Mineralwasser (Hausmarke): von 19 auf 25 Cent pro Flasche (+ 31,6 %)
Duschgel: von 65 auf 85 Cent (+30,7 %)
Kaffeepads: von 1,69 auf 2,19 Euro (+ 29,6 %), bei Netto sogar von 1,49 auf 1,99 Euro (+ 33,6 %)
1 Liter Sonnenblumenöl - wenn vorhanden: von 1,39 Euro auf 1,79 Euro (+ 28,8 %)
Margarine (500 g): von 79 auf 99 Cent (+ 25,3 %)
Weizenmehl (1kg): von 39 auf 45 Cent (+ 15,6 %)
Vollkorntoast (500 Gramm): von 79 auf 89 Cent (+ 12,7 %)
Rasierschaum: von 85 auf 95 Cent (+11,8 %)
Quelle und mehr dazu: https://www.infranken.de/ueberregional/ ... rt-5414916


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#3 „Alarmstufe rot“! Deutsche Eier: Versorgung ab Sommer nicht mehr gesichert

Gentechnikfreies Soja ist kaum noch zu bekommen. Was bedeutet das für die Hühnerwirtschaft und Legehennen?

20220321_ETD_Podcast_2018_Eier.mp3

Die deutsche Eierwirtschaft spricht von „Alarmstufe rot“. Vor dem Hintergrund massiv eingeschränkter Lieferketten und dramatischer Kostensteigerungen insbesondere bei Futtermitteln sendet der Bundesverband Ei einen eindringlichen Weckruf an Politik und Lebensmitteleinzelhandel.

Spätestens ab Sommer 2022 kann die Versorgung mit Eiern nicht mehr sichergestellt werden, schreibt der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft.
„Blanke Existenzangst“ bei Landwirten

Die jüngsten Entwicklungen auf dem globalen Agrarmarkt zwingen die deutsche Eierwirtschaft in die Knie.

„Es herrscht teilweise blanke Existenzangst bei unseren Landwirten. Die Preise für Futtermittel haben sich in kürzester Zeit mehr als verdoppelt. Gentechnikfreies Soja ist kaum noch zu bekommen. Viele Halter können deshalb nicht mehr neu einstallen“, beschreibt Henner Schönecke, Vorsitzender des BVEi die Situation.

Nicht mehr neu einstallen bedeutet, dass weniger Legehennen zur Verfügung stehen, die Eier legen. Schönecke rechnet damit, dass die Versorgungssicherheit mit deutschen Eiern spätestens ab August nicht mehr gewährleistet werden kann.

„Wir wollen die Menschen in Deutschland gerne weiter mit dem wertvollen Lebensmittel Ei versorgen, doch dafür braucht es jetzt den Entscheidungs- und Veränderungswillen seitens der Politik und im Handel. Lasst uns gemeinsam an Lösungen arbeiten, wie wir faire Preise herstellen können, damit der Standort Deutschland erhalten bleibt.“

Sonst drohe ein Tod auf Raten, so Schönecke weiter.
Handel sollte Vertragslaufzeiten anpassen

Die deutsche Eierwirtschaft erneuert ihr Gesprächsangebot, die Rahmenbedingungen neu zu gestalten. Angesichts der Lage dürfe es keine Denkverbote geben, Kostentreiber sollten „knallhart identifiziert“ und vorübergehend ausgesetzt werden.

Den Lebensmitteleinzelhandel fordert Henner Schönecke auf, die Vertragslaufzeiten anzupassen, um flexibler auf Preisschwankungen reagieren zu können. Die Eierwirtschaft spricht sich geschlossen dafür aus, unter anderem eine sogenannte „Gleitklausel“ zwischen Eierpreis und Futterpreis einzuführen. „Die Versorgungssicherheit mit Eiern aus Deutschland steht auf dem Spiel. Dem müssen alle Beteiligten entschlossen entgegentreten!“, unterstreicht Schönecke.

Der Bundesverband Ei e. V. steht für die gesamte Erzeugungskette von Eiern, von der Junghennenaufzucht, Legehennen, Packstellen, dem Eierhandel sowie die Koch-, Schäl- und Färbebetriebe. Als Dach- und Spitzenorganisation vertritt er die Interessen der deutschen Geflügelwirtschaft auf Bundes- und EU-Ebene gegenüber politischen, amtlichen sowie berufsständischen Organisationen, der Öffentlichkeit und dem Ausland.
Jedes 8. Ei stammte 2021 aus Ökoproduktion

Im Jahr 2021 wurden in Deutschland rund 13 Milliarden Eier produziert. Das waren 0,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Verglichen mit 2020 stieg die Produktion um 10,4 Prozent auf 1,7 Milliarden Eier, so das Statistische Bundesamt. Der Anteil ökologisch erzeugter Eier stieg ebenfalls an, auf 13 Prozent. Etwa jedes achte Ei kam aus ökologischer Haltung.

Rund drei Viertel der Eier werden in Bodenhaltung erzeugt (8,1 Milliarden Eier/62 Prozent). Der Bestand an Legehennen in Bodenhaltung stieg gegenüber 2020 leicht um 0,7 Prozent und betrug im Jahresdurchschnitt 26,6 Millionen Tiere.

In der Freilandhaltung waren die Eierproduktion und der Legehennenbestand hingegen rückläufig: Im Jahr 2021 stammten 2,5 Milliarden Eier aus dieser Haltungsform. Die Zahl der Legehennen in Freilandhaltung ging im Jahresdurchschnitt um 3,6 Prozent auf 8,5 Millionen Tiere zurück. Möglicherweise spielte die Vogelgrippe eine Rolle, die vor allem in Norddeutschland dafür sorgte, dass in betroffenen Regionen die Tiere nicht im Freiland gehalten werden durften.

Seit dem 1. Januar 2010 ist die Käfighaltung in Deutschland verboten. Ersetzt wurde sie durch die Haltung der Legehennen in Kleingruppen und sogenannten ausgestalteten Käfigen. Doch auch diese Haltungsform ist ein Auslaufmodell in der Legehennenhaltung: Bund und Länder haben sich auf eine Auslauffrist für bestehende Betriebe bis Ende 2025 geeinigt.

Seit Jahren sind somit Rückgänge in der Zahl der in dieser Haltungsform produzierten Eier und gehaltenen Legehennen zu verzeichnen. So wurden 2021 noch 718 Millionen Eier auf diese Weise produziert und im Jahresdurchschnitt 2,3 Millionen Tiere gehalten. In Brandenburg, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt ist diese Haltungsform in der Legehennenhaltung mittlerweile gar nicht mehr vertreten.
https://www.epochtimes.de/politik/deuts ... telegram=1
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#4 Knapp, teuer, umstritten: Europa geht das Billigfleisch aus

In Europa entbrennt ein Wettlauf um Futtermittel. Das treibt Preise für Fleisch nach oben. Über fehlende Knochenstärke und das Ende ukrainischer Hendl am Wirtshaustisch

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Die durch den Krieg in der Ukraine ausgelöste Rohstoffknappheit treibt Nahrungsmittelpreise in die Höhe. 100 Millionen Menschen weltweit sind von Hungersnot bedroht. Europa gehen Lebensmittel nicht aus, sofern Hamsterkäufe die Logistik nicht überfordern. Preise für Getreide, Fleisch und Öle explodieren aber auch hier – was einkommensschwache Haushalte, die unter steigenden Kosten für Energie und Sprit leiden, zusätzlich unter Druck bringt. Zeiten, in denen sich Konsumenten in der Gewissheit wiegen konnten, alles jederzeit überall in jeder Qualität zur Verfügung zu haben, sind vorbei.

Ein Blick in die Fleischwirtschaft offenbart die Kapriolen der Märkte im Sog des Krieges und die Verletzlichkeit der Lieferketten. In ihr entladen sich Spannungen, die sich wie ein roter Faden durch die Agrarbranche ziehen.

Ökonomen und Umweltschützer pochen in seltener Einigkeit auf eine maßgebliche Einschränkung des Fleischkonsums, um wichtige Agrarflächen nicht länger an die Futtermittelindustrie zu verlieren. Um Futter selbst ist ein beispielloser Wettlauf entbrannt.

Leergefressene Getreidesilos

Länder wie Spanien, Portugal, Holland und Italien sind Europas größte Tiermäster. Seit Ausbruch des Krieges fehlt ihnen durch den Wegfall Russlands und der Ukraine als Exporteure die Hälfte des Bedarfs an Futtergetreide. Die Kosten dafür haben sich bis zu verdreifacht. Fleisch produziert wird in Spanien just in time. Futter für die Mast karrt die Industrie entkoppelt von eigenen Grund und Boden über Importe ins Land. Vorräte in vielen Getreidesilos reichen nur noch wenige Wochen.

"Die Situation ist dramatisch", sagt Johann Schlederer, Chef der österreichischen Schweinebörse. Vor zwei Monaten noch sei in der EU aufgrund von Fleischüberschüssen über Ausstiegshilfen aus der Tiermast debattiert worden. "Plötzlich ist die Welt eine völlig andere, und die Angst vor Engpässen geht um."

Preise werden neu verhandelt

Die Österreicher werden die Folgen der Krise in ein, zwei Monaten finanziell spüren, ist Markus Lukas überzeugt. Er rechnet allein bei Hühnerfleisch mit 20 bis 25 Prozent höheren Preisen im Lebensmittelhandel. Lukas mästet in der Steiermark 50.000 Hühner. Verfügbar sei Futter nur noch für drei Wochen, gekauft werde es großteils nur noch zu Tagespreisen, erzählt er. Die meiste Sorge aber bereitet dem Landwirten, der Obmann der Geflügelbranche ist, der Mangel an Monocalciumphosphat, das der Knochenstärke dient. Russland stoppte jüngst den Export des Phosphats. Öffnen sich dafür nicht rasch neue Quellen, "hat die gesamte Nutztierhaltung ein Problem".

Derzeit werde alles versucht, um die Produktion aufrechtzuerhalten, sagt Lukas. Dieser Tage werden die Preise mit großen Supermarktketten neu verhandelt.

Leer könnte allerdings zu weiten Teilen die Gastronomie ausgehen, die bislang im großen Stil Billighendl aus der Ukraine servierte. An die 3000 Tonnen davon holte die EU vor dem Krieg wöchentlich aus dem Land, zieht Lukas Bilanz. "Die Wirte werden nun eben vermehrt zu Schwein greifen müssen." Dass der Fleischkonsum sinken wird, daran zweifelt er nicht. "Kostet ein Hendl statt 2,99 künftig 6,99 Euro, werden es sich viele zweimal überlegen, dieses leichtfertig wegzuschmeißen."

Bauern als Profiteure?

Ab Mai könnten in Österreich auch einzelne Edelteile des Rindes knapp werden, glaubt Werner Habermann, Chef der Rinderbörse. In Summe werde sich Rind im Handel um ein Fünftel verteuern, denn die Preise für Kalbinnen, Jungstiere und Schlachtkühe erreichten ein Allzeithoch. Die Bauern als Profiteure? Es sei ein zweischneidiges Schwert, sagt Habermann. "Wie viele Konsumenten werden sich dieses Fleisch noch leisten können?"

Deutschland reduzierte zuvor im Banne der Coronakrise den Rinderbestand um ein Zehntel. Südamerika liefert nach wie vor nur spärlich in die EU und verlagert Exporte gen Asien und Russland.

Für ein Schwein erlösen Landwirte mittlerweile 220 Euro. 160 waren es vor dem Krieg. Er sei seit 30 Jahren im Geschäft, sagt Schlederer. Aber den Sprung von einem Zehn-Jahres-Tief auf ein Zehn-Jahres-Hoch innerhalb eines Monats habe er noch nie erlebt.

Not an Futter für Schweine und Rinder in Österreich herrscht keine, da dieses zu 80 Prozent selbst angebaut wird. Doch Selbstversorgung hat ihren Preis: 47 Prozent des Getreides hierzulande werden verfüttert.
https://www.derstandard.at/story/200013 ... leisch-aus
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#5 Energiekrise: Supermärkte in Existenznöten

Die Existenzsorgen im Mittelstand erreichen inzwischen die ersten Supermärkte und damit die ganz alltägliche Alltagsversorgung. Einigen Märkten könnte das Aus drohen, wie sich gerade in Osnabrück exemplarisch zeigt. Die Osnabrücker Stadtwerke haben wegen der explodierten Energiekosten mehr als 1.000 regionalen Unternehmen die Stromverträge gekündigt, darunter auch Supermärkten – und diese damit in eine Existenzkrise gestürzt (rnd, 15.09.2022).

Unkalkulierbare Strompreise zwingen Stadtwerke zu drastischen Schritten


Die Stadtwerke Osnabrück, die per gesetzlichem Auftrag zur Sicherstellung der kommunalen Grundversorgung verpflichtet sind, handeln keinesfalls böswillig, sondern aus Not. Die aktuell explodierenden Energiepreise lassen ihnen kaum eine Wahl: Sie können ihren Kunden nicht mehr dieselben Konditionen wie in der Vergangenheit anbieten. Daher haben sie in der Großstadt mit über 165.000 Einwohnern mehr als 1.000 Firmen keine Verlängerung der zum Jahresende auslaufenden günstigen Stromverträge angeboten. Das ist quasi eine Kündigung, wie zuerst die Wirtschaftswoche berichtete.

Die betroffenen Unternehme stehen damit vor der Wahl, entweder in die sehr teure Grundversorgung auszuweichen oder sich einen anderen Anbieter zu ebenfalls sehr viel teureren Preisen zu suchen. Die Betreiberin von fünf Osnabrücker Edeka-Filialen Mechthild Möllenkamp hat sich konkret dazu gegenüber der Wirtschaftswoche geäußert. Mit derzeitigem Stand hat sie für ihre Märkte ab dem 1. Januar 2023 noch gar keinen Stromvertrag. Der bisherige Vertrag läuft turnusgemäß zum 31. Dezember 2022 aus, was in der Branche ein normaler Vorgang ist (Wirtschaftswoche, 16.09.2022).

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Die Filialen gibt es in Osnabrück schon seit über 24 Jahren. In den Jahren zuvor hatten die Stadtwerke stets mit dem Auslaufen des aktuellen Vertrages ein neues Vertragsangebot für einen Anschlussvertrag unterbreitet. Das blieb dieses Mal aus, was de facto eine Kündigung bedeutet. Möllenkamp zeigte sich darüber zutiefst enttäuscht. Zur Wahrheit gehört freilich auch, dass in den Edeka-Märkten nicht das Licht zwangsläufig ausgeht, denn jeder Verbraucher hat gesetzlichen Anspruch auf die Stromversorgung. Wenn er keinen günstigen Vertrag findet, fällt er automatisch in die Grundversorgung. Diese ist traditionell sehr teuer und dürfte mit den steigenden Energiepreisen noch viel teurer werden.

Die Stadtwerke Osnabrück bestätigten den Vorgang und begründeten ihn mit der Unkalkulierbarkeit ihrer Einkaufspreise für Energie. Daher habe man einer „kleineren vierstelligen Zahl“ von regionalen Unternehmen keinen Anschlussvertrag mehr angeboten. Diese Firmen hatten wohl bislang von vergleichsweise günstigen Preisen profitiert, die angesichts der derzeitigen Situation auf dem Energiemarkt nicht mehr realistisch sind. Ein Sprecher der Osnabrücker Stadtwerke sagte dazu, dass bei stichtagsbezogenen Verträgen die Kalkulierbarkeit der Preise de facto nicht mehr möglich sei.

Was passiert nach so einer Kündigung?

Die betroffenen Kunden fallen automatisch in die deutlich teurere Grundversorgung, die ebenfalls von den Stadtwerken kommt. Für die Edeka-Chefin Möllenkamp wären das Mehrbelastungen von rund einer Million Euro für ihre fünf Filialen gewesen, der Strompreis betrüge derzeit 80 ct/kWh. Wenn sich diese Mehrbelastung nicht durch erhöhte Preise erwirtschaften lässt, müssten praktisch die Supermärkte schließen.

Dieses Szenario droht in der Tat, denn die Preiserhöhung müsste nach vorsichtigen Schätzungen zwischen 8 und 15 % liegen, womit ein Supermarkt nicht mehr konkurrenzfähig ist. Die Betreiber wie Möllenkamp, die übrigens inzwischen einen anderen Anbieter (allerdings auch zu einem deutlich höheren Preis) gefunden hat, können die Preissteigerungen auch differenzieren. So könnten sie beispielsweise einen Teil der Tiefkühltruhen abstellen, um damit Strom zu sparen, und für die wenigen verbleibenden Lebenmittel mit Tiefkühlung einen deutlich höheren Preis verlangen. Es käme dann darauf an, ob die Kunden diesen Preis bezahlen oder in einen anderen Supermarkt mit mehr Angebot und/oder niedrigeren Preisen ausweichen.

Osnabrück kein Einzelfall

Der Fall der Edeka-Betreiberin Möllenkamp aus Osnabrück geht derzeit durch die Medien, doch er ist kein Einzelfall. Kündigungen bzw. Nicht-Verlängerungen von Stromverträgen werden aus vielen Regionen und von mehreren Versorgern bekannt. Darunter sind kleinere private Anbieter, die bislang mit Discount-Preisen gepunktet hatten und diese nicht mehr durchhalten, aber auch Riesen wie E.ON. Der Firmenchef eines Betonwerks aus Lintel in Oostwestfalen beklagte sich gegenüber der Wirtschaftswoche über neue Preisangebote von Versorgern, die um den Faktor 20 über den bisherigen Preisen liegen. Dies sei eindeutig existenzbedrohend.

In Ludwigshafen schließt aktuell eine Eishalle, weil sie für einen neuen Stromvertrag monatlich nicht mehr 10.000 Euro wie bisher, sondern künftig 80.000 Euro zahlen müsste. Im niedersächsischen Stadthagen meldet der Betreiber eines einzelnen Edeka-Marktes eine künftige Stromrechnung von 500.000 Euro – bislang hatte er 74.000 Euro bezahlt. Im Emsland gibt eine Edeka-Betreiberin ihren Markt wohl auf, denn sie kann die Stromkosten in Zukunft nicht mehr bezahlen.
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