Arbeitsmarkt

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Deckard666
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#111 Unverändert seit Corona: In diesen Branchen ist Homeoffice Standard

Unverändert seit Corona: In diesen Branchen ist Homeoffice Standard

2023-09-05

Nach dem Ende der Pandemie wird Homeoffice in Hessen kaum weniger genutzt als in Zeiten der Lockdowns – auch wenn Unternehmen es nicht unbedingt wünschen. Mehr als jeder Vierte arbeitet zumindest zeitweise von daheim.

Rund 902.000 Hessen haben anteilig oder vollständig von Zuhause aus gearbeitet. Das waren 28 Prozent der knapp 3,2 Millionen Erwerbstätigen im Land. Damit liegen die Hessen über dem Bundesdurchschnitt von 24 Prozent aller Erwerbstätigen, die zumindest zeitweise nicht im Unternehmen gearbeitet haben, wie das Statistische Landesamt am Dienstag nach Auswertung des Mikrozensus mitteilte. Besonders verbreitet ist Homeoffice demnach in großen Unternehmen, bei beschäftigten mit höherem Einkommen und in Dienstleistungsbranchen.

Im Vergleich zum Vorjahr, das bis zum Mai noch von Coronabeschränkungen geprägt war, blieb der Homeoffice-Anteil in Hessen nahezu unverändert: 2021 hatten 29 Prozent der Erwerbstätigen im Rahmen des Mikrozensus angegeben, Homeoffice zu nutzen. 2019, im Jahr vor Ausbruch der Corona-Pandemie, hatten nur etwa halb so viele der hessischen Erwerbstätigen zumindest zeitweise von Zuhause aus gearbeitet.

Im Jahr 2022 gaben knapp neun Prozent aller hessischen Erwerbstätigen (293.000 Personen) an, zwar nicht komplett, aber mindestens die Hälfte der Arbeitstage im Homeoffice zu arbeiten. Weitere elf Prozent der Erwerbstätigen in Hessen arbeiteten weniger als die Hälfte der Arbeitstage im Homeoffice. Komplett von Zuhause aus arbeiteten rund acht Prozent. Hier zeigte sich nach Angaben der Statistiker im Vergleich zum Vorjahr ein Rückgang um ein Drittel: 2021 waren es noch knapp zwölf Prozent gewesen.

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#112 Tarifrunde Stahlindustrie: IG Metall kämpft für Viertagewoche

Tarifrunde Stahlindustrie: IG Metall kämpft für Viertagewoche

2023-09-07

Vom Debattenthema zur realen Tarifpolitik: In der Stahlindustrie hat die Gewerkschaft nun ihr neues Forderungspaket beschlossen. Es geht um kürzere Arbeitszeiten und ein starkes Lohnplus.

Knapp vierzig Jahre nach den großen Arbeitskämpfen zur Durchsetzung der 35-Stunden-Woche nimmt die IG Metall nun neue allgemeine Arbeitszeitverkürzungen in Angriff – zumindest in der Stahlindustrie: Für die 70.000 Beschäftigten dort will sie in der kommenden Tarifrunde den Einstieg in die 32-Stunden-Woche mit „vollem Lohnausgleich“ regeln, wie es in ihrer Sprache heißt. Es geht also um drei Stunden weniger Arbeit je Woche ohne Abstriche vom Monatslohn. Im gleichen Zug fordert sie eine turnusgemäße Lohnerhöhung um 8,5 Prozent. So hat es die IG-Metall-Tarifkommission am Mittwoch beschlossen. Die Verhandlungen mit dem Arbeitgeberverband Stahl, der 60 Unternehmen vertritt, starten im November.

Knut Giesler, Verhandlungsführer der Gewerkschaft, ordnete die Forderung so ein: „Diese Arbeitszeitverkürzung wäre der Einstieg in die Viertagewoche, die dadurch in vielen Bereichen möglich wird.“ Er begründet sie zum einen mit dem Bedürfnis vieler Beschäftigter nach Entlastungen von harter Arbeit. Zum anderen steuere die Stahlindustrie mit dem Umbau hin zur Klimaneutralität auf einen sinkenden Personalbedarf zu – was durch kürzere Arbeitszeiten abzufedern sei.

Die Arbeitgeber halten gar nichts von dieser Argumentation – schon weil für die Transformation hin zu „Grünstahl“ erst einmal sogar mehr Personal benötigt werde. Denn in der Übergangsphase werde neben dem Betrieb von Hochöfen und Kokereien der Aufbau neuer Produktionsanlagen zu leisten sein. „Dies verschärft die ohnehin angespannte Personalsituation in den Unternehmen zusätzlich“, warnt der Verband. Inwieweit später weniger Personal benötigt werde, sei noch nicht klar. Im Übrigen betreffe die Transformation nicht alle Unternehmen gleich. Den Elektrostahlherstellern etwa, die Stahlschrott und Roheisen einschmelzen, stehe keine vergleichbar einschneidende Änderung ihrer Produktionstechnologie ins Haus.

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#113 Arbeitszeiterfassung: Ein Jahr nach Gerichtsurteil fehlt noch immer ein Gesetz

Arbeitszeiterfassung: Ein Jahr nach Gerichtsurteil fehlt noch immer ein Gesetz

2023-09-11

Bundesarbeitsgericht forderte Zeiterfassung für alle Unternehmen. Bundesregierung scheint untätig, die Wirtschaft mauert. Warum es noch immer keine klaren Vorgaben gibt.

Vor einem Jahr fällte das Bundesarbeitsgericht (BAG) eine bahnbrechende Entscheidung: Unternehmen haben die Arbeitszeiten ihrer Beschäftigten zu dokumentieren. Da der Beschluss offen lässt, wie diese Zeiten zu erfassen sind, per Personal-Software, über Excel-Dateien, mit Papier und Kugelschreiben, ist der Gesetzgeber gefordert.

Direkt nachdem die Richter ihre Entscheidung bekannt gegeben hatten, kündigte Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) ein Gesetz dazu an. Obwohl es inzwischen einen ersten Entwurf Heils gibt, fehlt ein Beschluss des Bundeskabinetts.

In den Betrieben herrscht deshalb weiterhin Unsicherheit, da viele Unternehmen eine Absicherung der Belegschaften durch Arbeitszeitdokumentation ablehnen. Als Argument nennen Manager häufig, dass ein Gesetz dazu fehle. Dass gerade Unternehmensfunktionäre für ein Ausbleiben dieser Regelung sorgen, bleibt dabei unerwähnt. Dabei bezeichnet Gesamtmetall-Präsident Stefan Wolf den Entwurf Heils als "Affront".

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#114 Arbeitszeitdebatte: Ver.di-Chef hält nichts von Viertagewoche bei Dienstleistungen

Arbeitszeitdebatte: Ver.di-Chef hält nichts von Viertagewoche bei Dienstleistungen

2023-09-12

Gewerkschaftschef Frank Werneke erteilt der Viertagewoche in Dienstleistungsjobs eine Absage – und will stattdessen für höhere Löhne kämpfen. Auch die Pläne für einen Industriestrompreis sieht er kritisch.

Die IG Metall fordert, die wöchentliche Arbeitszeit auf vier Tage zu verkürzen. Doch für die Dienstleistungsbranche hält der Vorsitzende der Gewerkschaft Ver.di, Frank Werneke, die Viertagewoche für ungeeignet. »In der Stahlindustrie haben wir es mit einem 24-Stunden-Schichtmodell zu tun, das auf andere Branchen nicht ohne Weiteres übertragbar ist«, sagte Werneke dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. »Für die Dienstleistungsbranchen sehe ich die Viertagewoche nicht als generelles Arbeitsmodell«, betonte er.

»In den aktuellen Tarifrunden stellen wir wegen der Inflationsentwicklung die Einkommensfrage in den Vordergrund«, erklärte der Ver.di-Chef weiter. »Ich bin mir aber sicher, dass mittelfristig die Arbeitszeitfrage auch in den Dienstleistungsbranchen weiter an Bedeutung gewinnen wird.«

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#115 Bei gleichem Lohn: Viertagewoche soll auch in Deutschland getestet werden

Bei gleichem Lohn: Viertagewoche soll auch in Deutschland getestet werden

2023-09-18

Vier Tage arbeiten – mit vollem Gehalt. Experten wollen jetzt in einer Feldstudie erforschen, ob das funktioniert. Einen Pferdefuß, das ist jetzt schon klar, hat die Sache.

100-80-100 – ist das das Modell der Zukunft? Dieser Frage geht in Deutschland bald ein Pilotprojekt nach, ab Donnerstag können sich Arbeitgeber für die Teilnahme bewerben. 100 Prozent Leistung in 80 Prozent der Zeit bei 100 Prozent Bezahlung – kurzum: eine Viertagewoche – soll dabei über sechs Monate erprobt und die Umstellung wissenschaftlich ausgewertet werden. »Wir erhoffen uns, die Debatte über die Viertagewoche auf ein neues Niveau zu heben – mit wissenschaftlicher Unterstützung«, sagt dazu Unternehmensberater Jan Bühren von Intraprenör.

Die Firma mit Sitz in Berlin organisiert das Projekt in Deutschland gemeinsam mit der Organisation Four Day Week Global. Die Nichtregierungsorganisation hat solche Studien bereits in anderen Ländern initiiert, unter anderem ein viel beachtetes Projekt in Großbritannien. »Uns stört es, dass die gesamte Diskussion quasi im luftleeren Raum passiert – weil alles nur in Theorie besprochen, aber nicht ausprobiert wird«, sagt Bühren. Das soll sich nun auch in Deutschland ändern.

Viertagewoche ist nicht gleich Viertagewoche

Das Pilotprojekt setzt explizit auf eine Viertagewoche, bei der die Arbeitszeit reduziert wird, Gehalt und angestrebte Leistung aber gleich bleiben sollen. Andere Modelle sehen beispielsweise vor, dass mit weniger Arbeitszeit auch weniger Lohn einhergeht. Darüber hinaus versuchen sich einige kleinere Unternehmen in einem Konzept, in dem an vier Tagen etwas mehr gearbeitet wird, um dann am fünften Tag die Mehrstunden der Vortage durch Freizeit auszugleichen.

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#116 Arbeitsmarkt im Umbruch: Droht jetzt die "postindustrielle Nicht-Leistungsgesellschaft"?

Arbeitsmarkt im Umbruch: Droht jetzt die "postindustrielle Nicht-Leistungsgesellschaft"?

2023-09-18

Gewerkschaften im Aufwind: Die Machtverschiebung am Arbeitsmarkt könnte die Industrielandschaft verändern. Manche Unternehmer kontern mit radikalen Forderungen.

Das Wirtschaftssystem in Deutschland und anderen reichen Industriestaaten steckt in einer Krise. Der demografische Wandel in den westlichen Gesellschaften lässt allerorten die Klagen über einen Mangel an Fachkräften erklingen. Die Zahl der Arbeitslosen geht zurück, was zunehmend die Verhältnisse am Arbeitsmarkt in Richtung der Beschäftigten verschiebt.

In Deutschland streikt die IG Metall inzwischen für eine Vier-Tage-Woche bei vollem Lohnausgleich. Vor Jahren war das noch eine Forderung, die höchstens von radikalen Splitterparteien erhoben wurde – heute ist sie in den Tarifverhandlungen angekommen.

IG-Metall-Chef Jörg Hofmann begründete den Vorstoß seiner Gewerkschaft damit, dass die Arbeitsbedingungen zum Leben passen müssen. Im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) sagte er kürzlich:
Und das Leben und die Lebensentwürfe der Menschen haben sich geändert. Mehr Singlehaushalte, mehr Wunsch nach partnerschaftliche Aufgabenteilung. Da ist es notwendig, auch Arbeitszeiten anzubieten, die dies ermöglichen, damit Industrie- und Handwerksunternehmen in Zukunft noch junge Fachkräfte gewinnen.

Jörg Hofmann
Ab 2026 könnte die Arbeitszeit auf 32 Stunden in der Woche begrenzt werden, so Hofmann. Die Forderung gilt momentan zwar in erster Linie für die Stahlindustrie, aber mittelfristig soll die Vier-Tage-Woche auch in anderen Bereichen Gegenstand der Tarifverhandlungen werden.

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#117 Umfrage unter Personalleitern: Fast jeder fünfte Betrieb will keine neuen Ausbildungsplätze anbieten

Umfrage unter Personalleitern: Fast jeder fünfte Betrieb will keine neuen Ausbildungsplätze anbieten

2023-09-21

In diesem Herbst gibt es wohl weniger Stellen für Auszubildende in Betrieben – offenbar wegen fehlender Bewerber. Eine Branche ist besonders betroffen.

Im kommenden Ausbildungsjahr 2023/2024 will fast jeder fünfte Betrieb in Deutschland keine neuen Plätze anbieten – vor allem im Handel. Der Anteil sei auf 19 Prozent gestiegen, teilte das Münchner Ifo-Institut am Mittwoch mit. Das ergab eine Personalleiterbefragung in Zusammenarbeit mit dem Dienstleister Randstad. Zum Ausbildungsjahr 2021/2022 lag der Anteil nur bei 15 Prozent.

Von den befragten Betrieben gaben 14 Prozent an, weniger Ausbildungsplätze im Vergleich zum Vorjahr anzubieten. 39 Prozent wollen gleich viele Lehrstellen besetzen, 19 Prozent dagegen mehr als im Vorjahr.

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#118 Studie des IW Köln: Arbeitgeber wenden Rekordsumme für Lohnfortzahlung auf

Studie des IW Köln: Arbeitgeber wenden Rekordsumme für Lohnfortzahlung auf

2023-09-22

Arbeitnehmer haben in Deutschland einen Anspruch auf ihren Lohn, auch wenn sie erkrankt sind. Für die Arbeitgeber stiegen die Kosten dafür im vergangenen Jahr erneut stark an.

Die Arbeitgeber in Deutschland haben im vergangenen Jahr gut 70 Milliarden Euro für die Entgeltfortzahlung an ihre erkrankten Beschäftigten bezahlt. Das geht aus einer noch unveröffentlichten Studie des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hervor, die der Düsseldorfer »Rheinischen Post« vorlag. Wegen einer Datenrevision falle die Summe zwar geringer aus als bislang erwartet, sie liege aber immer noch »auf Rekordniveau«, erklärte das Institut. Für das laufende Jahr werde kein Rückgang erwartet.

Der Studie zufolge stiegen die Aufwendungen der Unternehmen für die Lohnfortzahlung erkrankter Mitarbeiter von 2021 auf 2022 deutlich an: 2021 mussten die Arbeitgeber noch 66 Milliarden Euro aufwenden, im vergangenen Jahr waren es bereits 70,2 Milliarden Euro. Zwischen 2019 und 2021 seien die Aufwendungen »annähernd konstant« geblieben, dann aber im Jahr 2022 gegenüber dem Vorjahr stark um etwa 6,5 Prozent gestiegen, erklärte das IW.

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