Alles zu Weltraumstationen

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Utopia
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#1 Alles zu Weltraumstationen

24.09.2019 13:38

Der Countdown für die Emirate läuft: Erster Astronaut fliegt ins All
Erstmals schicken die Vereinigten Arabischen Emirate einen Astronauten ins Weltall. Es geht um mehr als Prestige. Die reichen Emirate blicken viel weiter.

Als Neil Armstrong am 21. Juli 1969 als erster Mensch den Mond betritt, gibt es die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) noch nicht. Erst kurz vorher werden große Ölfelder in der Region gefunden, und innerhalb von wenigen Jahrzehnten wachsen Städte wie Dubai und Abu Dhabi mit ihren glitzernden Hochhausfassaden in den Himmel. Jetzt soll es noch weiter gehen. Zum ersten Mal wollen die VAE am Mittwoch (25. September) einen eigenen Astronauten zur Internationalen Raumstation ISS schicken.

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(Bild: Hazzaa AlMansoori)

Tour durch die ISS auf Arabisch

Als "astro_hazza" twittert Hassa al-Mansuri schon von den Vorbereitungen in Russland, posiert in seinem Raumfahrtanzug. Die Parallelen zum deutschen "Astro_Alex" (Alexander Gerst) sind unverkennbar. Nur folgen dem Deutschen auf Twitter momentan rund 1,3 Millionen Menschen, Hassa al-Mansuri hat bislang knapp über 5000 Follower.

Dabei verkünden die Emirate seit Monaten stolz, dass Al-Mansuri der erste Astronaut sein wird, der auf Arabisch eine Videotour durch die ISS führen und Experimente auf Arabisch erklären wird. Im neuen "Race to Space" geht es auch um Superlative. Wenngleich der erste Araber schon 1985 mit den USA in den Weltall geflogen ist. Er kam aus Saudi-Arabien.

Trotzdem: "So ein relativ junges Programm wie bei den Emiraten: Das ist kein PR-Gag, da steht ein ganzer Wirtschaftszweig hinter", sagt der Generaldirektor der Europäischen Weltraumagentur ESA, Jan Wörner. Erst vor zwei Jahren haben die Emirate ihr Astronautenprogramm offiziell gestartet. Mit Hilfe internationaler Partner aber schnell aufgeholt.

In Vorbereitung auf den Flug zur ISS hat die ESA die Emirate bei der Mission unterstützt, etwa was die Auswahl und Durchführung der wissenschaftlichen Experimente an Bord betrifft. Die Ausbildung fand größtenteils in Russland statt, eine Sojus-Rakete wird Al-Mansuri in den Weltall bringen, wo er acht Tage lang bleiben soll.

Neue Startrampe in Baikonur

Und: Die Rakete wird die vorerst letzte sein, die von der historischen Startrampe des Weltraumbahnhofs Baikonur in Kasachstan abhebt. Von dort aus startete Juri Gagarin am 12. April 1961 als erster Mensch ins All. Dieser Startplatz soll nach Angaben der russischen Weltraumbehörde Roskosmos nun von Grund auf modernisiert werden, damit sie auch für neuere Sojus-Raketen genutzt werden kann.

Erst 2023 soll die Startrampe wieder in Betrieb gehen. Starts sollen in dieser Zeit von einer anderen, bereits modernisierten Rampe aus abgewickelt werden. Roskosmos gab die Kosten mit 87 Millionen US-Dollar an (79 Millionen Euro) an. Diese Summe teilen sich Russland, die Ex-Sowjetrepublik Kasachstan und die Vereinigten Arabischen Emirate. Der Vertrag dazu ist schon unterschrieben.

Russland will damit seine Raumfahrt wettbewerbsfähiger machen – und neue Einnahmen generieren. Andere Länder könnten etwa von Baikonur aus ins Weltall starten. Die Türkei zum Beispiel. Roskosmos-Chef Dmitri Rogosin bot Ankara jüngst an, dass russische Raketen türkische Raumschiffe ins All bringen könnten. Die Türkei könne zusammen mit Russland und Kasachstan Partner in Baikonur werden. "Ich halte dies für eine gute Perspektive", sagte Rogosin der Agentur Tass zufolge.

Die Türkei will sich stärker im All engagieren. Erst im vergangenen Jahr wurde eine eigene Raumfahrtbehörde gegründet. Anfang September versammelte sich das Gremium erstmals. Die Türkei sei stolz darauf, meinte jüngst Industrie- und Technologieminister Mustafa Varank.

Sehr viel Kooperation

Russland sucht Verbündete, damit das Land im zunehmenden Wettbewerb um Weltraumtechnologien Schritt halten kann. In den vergangenen Jahren hat Roskosmos allein Raumfahrer zur Internationalen Raumstation ISS geflogen. Die Amerikaner hatten 2011 die Flüge mit dem Space Shuttle eingestellt. Mittlerweile fliegen zwar private US-amerikanische Raumschiffe zur ISS, aber bislang noch unbemannt.

"Früher war es Du oder Ich, Russland gegen die USA", sagt ESA-Generaldirektor Wörner. "Heute ist es ein gesunder Wettbewerb und es gibt sehr viel Kooperation. Das ist das Wunderbare: Das Weltall gehört allen."

Das Astronautenprogramm der VAE ist jedoch nur ein Teil einer umfassenden "Weltraum-Strategie", wie die Weltraumagentur der Emirate selbst beschreibt: Es sei Teil der Strategie, unabhängiger vom Öl zu werden und den Übergang in eine "wissensbasierte und innovationsgetriebene Wirtschaft" zu schaffen.

Mit KhalifaSat haben die Emirate im vergangenen Jahr ihren dritten Erdbeobachtungssatelliten ins All geschossen. Im kommenden Jahr soll der erste Satellit zum Mars starten und dort umfassend die dünne Atmosphäre und die Jahreszeiten untersuchen.

Die Marsmission solle eine "wissenschaftliche und technische Renaissance" in den Emiraten und der weiteren arabischen Welt anstoßen, heißt es in einem Magazin des Mohammed-bin-Rasched-Weltraumzentrums (MBRSC). Und die Emirate blicken schon weiter. Innerhalb der nächsten rund hundert Jahre wollen sie eine bewohnbare Siedlung auf dem Roten Planeten errichten.

Immer mehr raumfahrende Nationen

Immer mehr Nationen und private Anbieter mischen im Weltraum mit. In diesem Jahr führten Indien und Israel bereits Mondmissionen durch, die aber zumindest teilweise scheiterten. Auch die USA wollen wieder zurück auf den Mond.

Was nach Science-Fiction klingt, sei ein riesiger Wirtschaftszweig, sagt Wörner: "Raumfahrt ist Innovationstreiber, dafür muss man Raumfahrt aber als komplette Infrastruktur verstehen, das ist mehr als reine Neugier." Es gehe um mehr als nur um Prestige. "So aktiv wie heute war Raumfahrt noch nie." (mho)


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#2 Arabisch im Weltall – Raumschiff bringt Verstärkung zur ISS

26.09.2019 18:24

Arabisch im Weltall – Raumschiff bringt Verstärkung zur ISS

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Der geglückte Raketenstart (Bild: NASA/Bill Ingals)

Vom Startplatz Nr. 1 flog einst erstmals ein Mensch ins All. Nun gab es den vorerst letzten Abflug von dieser Rampe des Weltraumbahnhofs Baikonur.

Auf der Internationalen Raumstation ISS wird in den nächsten Tagen auch Arabisch gesprochen: Mit Hassa al-Mansuri ist am Mittwoch der erste Raumfahrer der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) für einen kurzen Aufenthalt zum Außenposten der Menschheit gestartet. Die Sojus-Rakete hob planmäßig vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan ab, wie die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos mitteilte. Rund sechs Stunden später dockte die Sojus-Kapsel an der ISS in etwa 400 Kilometern Höhe an, wie die US-Raumfahrtbehörde NASA per Kurznachrichtendienst Twitter bestätigte. Mit an Bord waren der russische Kosmonaut Oleg Skripotschka und die US-Amerikanerin Jessica Meir.

Nur acht Tage auf der ISS
Auf der ISS arbeiten derzeit drei Amerikaner, zwei Russen und ein Italiener. Mit der neuen Besatzung dürfte es dann enger werden im Außenposten der Menschheit. 2009 hielten sich dort aber einmal kurzzeitig sogar 13 Menschen auf. Al-Mansuri bleibt allerdings nur acht Tage im Weltall. Am 3. Oktober wird er mit zwei weiteren Raumfahrern wieder auf der Erde erwartet.

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Hassa al-Mansuri mit Oleg Skripotschka und Jessica Meir (v.l.n.r.) (Bild: NASA/Bill Ingals)


Der 35 Jahre alte Hassa al-Mansuri begann seine Karriere bei der emiratischen Luftwaffe als Pilot in F16-Kampfflugzeugen und trainierte unter anderem mit Piloten der USA und anderer Nato-Staaten. Nach 14 Jahren bei der Luftwaffe wechselte er in das Raumfahrt-Programm. Während seiner acht Tage an Bord der ISS soll er an Forschungseinsätzen teilnehmen, Experimente durchführen und seinen Kollegen auf der Erde eine Tour der Raumstation auf Arabisch geben.

Flagge, Foto und Speisen
In seinem zehn Kilogramm schweren Gepäck hat Al-Mansuri einem Bericht der emiratischen Zeitung The National zufolge unter anderem die Flagge der Vereinigten Arabischen Emirate sowie ein Foto von deren Gründervater, Scheich Said bin Sultan Al Nahjan. Mit dabei hat er außerdem landestypische Speisen, die den weiteren Astronauten der ISS als Teil eines Kulturaustauschs serviert werden sollen. Dazu kommen Materialien für wissenschaftliche Experimente.

Aus seiner Aufregung vor dem Start in Richtung ISS machte Al-Mansuri kein Geheimnis. Er empfinde ein "unbeschreibliches Gefühl von Ehre und Ehrfurcht", schrieb er bei Twitter. "Heute trage ich die Träume und den Ehrgeiz meines Landes zu einer völlig neuen Dimension." Er bat um göttlichen Beistand für die Mission und unterzeichnete den Tweet mit "euer Bruder Hassa al-Mansuri".

Mit dem Start des Sojus-Raumschiffes MS-15 ging zugleich eine Ära vorerst zu Ende. Von der historischen Rampe startete Juri Gagarin am 12. April 1961 als erster Mensch ins All. Der Startplatz soll nun modernisiert werden, damit von dort aus künftig neuere Raketen abheben können. Bis 2023 will Roskosmos eigenen Angaben zufolge die Rampe umbauen. Der Weltraumbahnhof wird in dieser Zeit aber nicht geschlossen: Er verfügt über einen weiteren Startplatz.

Die Vereinigten Arabischen Emirate sind bei dieser Millionen-Investition Partner. Das Land beteiligt sich Roskosmos zufolge neben Russland und Kasachstan an den Kosten von 87 Millionen US-Dollar an (79 Millionen Euro). Russland will künftig anderen Ländern anbieten, von Baikonur aus ins All abzuheben. Außerdem sollen zwei Rampen mehr Sicherheit geben, falls eine mal ausfallen sollte.

In der Vergangenheit gab es immer wieder die Befürchtung, dass der legendäre Startplatz Nr. 1, der auch "Gagarin-Start" genannt wird, geschlossen werden könnte. Von dort war der deutsche Astronaut Alexander Gerst zur ISS aufgebrochen. 1957 hoben dort auch die erste Interkontinentalrakete R-7 und der erste künstliche Satellit Sputnik-1 ab. (mho)


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#3 Nachschub für ISS

03.11.2019 11:58

Nachschub für ISS -- Kekse im Weltraum: Privater Raumfrachter «Cygnus» gestartet

Wallops Island - Mit mehr als 3700 Kilogramm Nachschub und technischer Ausstattung an Bord ist der private Raumfrachter «Cygnus» zur Internationalen Raumstation ISS gestartet.

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Der Raumfrachter «Cygnus» startet von einem Weltraumbahnhof in Wallops Island im US-Bundesstaat Virginia. Foto: Steve Helber/AP/dpa
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Mit mehr als 3700 Kilogramm Nachschub und technischer Ausstattung an Bord ist der private Raumfrachter «Cygnus» zur Internationalen Raumstation ISS gestartet.

Der unbemannte Frachter des US-Unternehmens Northrop Grumman flog von einem Weltraumbahnhof im US-Bundesstaat Virginia auf einer Antares-Rakete los.

«Cygnus» bringt unter anderem Material für mehrere Experimente zur ISS. Teil der Ladung ist auch ein Ofen, mit dem Astronauten künftig Nahrung wie zum Beispiel Kekse frisch selbst zubereiten können sollen. «Bei zukünftigen Langzeit-Weltraummissionen könnte frisch gebackenes Essen für die Besatzungsmitglieder psychologische und physiologische Vorteile haben und ihnen eine größere Auswahl an nahrhafteren Mahlzeiten bieten», teilte die Nasa mit. Montagfrüh (Ortszeit) wird «Cygnus» an der ISS erwartet.

(dpa)



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